Die besten Kostüme gibt es traditionell bei der Party der schwul-lesbischen Gesellschaft zu sehen. Wir haben uns umgeschaut.

Die besten Kostüme gibt es traditionell bei der Party der schwul-lesbischen Gesellschaft zu sehen. Wir haben uns umgeschaut.
Phantasievoll und bunt wie die ganze Party: Dagmar und Edith (links) haben goldfarbene Kaffeelöffel auf ihr Kostüm geklebt – als Drachenschuppen.

Phantasievoll und bunt wie die ganze Party: Dagmar und Edith (links) haben goldfarbene Kaffeelöffel auf ihr Kostüm geklebt – als Drachenschuppen.

Sergej Lepke

Phantasievoll und bunt wie die ganze Party: Dagmar und Edith (links) haben goldfarbene Kaffeelöffel auf ihr Kostüm geklebt – als Drachenschuppen.

Düsseldorf. Die Sitzungspartys der schwul-lesbischen KG Regenbogen sind berühmt für extravagante, kreative und frivole Kostüme. Das Motto in diesem Jahr lautete: „Min Ding is din Ding“. Das hatten sich die Jecken zu Herzen genommen und jede Menge Kreativität entwickelt.

So sah man im Stahlwerk viele Buddhas und japanische Geishas umherlaufen. Aber es gab auch eine genauso hohe Anzahl an römischen Senatoren und barocken Fürsten. Auch daran merkte man deutlich: Mit Konventionen nimmt man es hier nicht so genau. Einige Besucher hatten interessante Anekdoten über ihre Auswahl der Verkleidung zu erzählen. „Das Thema in diesem Jahr ist Asien, deshalb habe ich mich dazu entschieden, als mandschurische Prinzessin zu erscheinen. Ich finde das Kostüm passt besser zu mir als die japanische Geisha, weil die Geisha mehr von jüngeren Frauen präferiert wird“, erklärt Besucherin Petra (60).

Als eine Art Duo der „Bunten Bommel“ gehen Dagmar (37) und Edith (52). Sie haben bereits im Sommer mit den Vorbereitungen für ihre Kostüme begonnen. Was genau ihre Verkleidung darstellt, das wissen die beiden selbst nicht so genau. Die pompös verkleideten Damen erscheinen wie Charaktere aus dem alten chinesischen Königspalast in Peking: „Es musste pompös sein. Wir lieben es einfach, Elemente und Accessoires für unsere Kostüme zu sammeln. Für dieses Kostüm haben wir beispielsweise asiatische Tischdecken und goldfarbene Löffel kombiniert. Die goldfarbenen Kaffeelöffel ergeben nebeneinander geklebt die Illusion von goldenen Drachenschuppen“, verrät Dagmar. „Das Geheimnis für unsere pompösen Verkleidungen sind der Reifrock, der in keinem Jahr fehlen darf und eine Heißklebepistole“, ergänzt Edith.

„Hier gibt es mehr Tänzer und Künstler als anderswo“

Laura (19) und Jan (19) wiederum haben sich als japanische Schulmädchen im Manga-Stil verkleidet. Die Verkleidung von Randi (35) ist hingegen schwieriger zu identifizieren: „Es ist ein japanisches Einhorn-Emoticon“, erklärt er.

Auch originell: das Kostüm in Form einer Offiziersuniform des späten 19. Jahrhunderts. „Ich bin Österreicher und repräsentiere unseren alten Kaiser Franz Joseph I. – in der Tat wirkt mein Kostüm etwas zu formell für diesen Abend“, erklärt Marvin (28). Er ist bereits seit vier Jahren in der lesbisch-schwulen Szene in Düsseldorf aktiv und schwärmt von der großartigen Atmosphäre bei der KG Regenbogen. „Hier gibt es mehr Tänzer und Künstler auf der Bühne als bei jeder anderen Karnevalssitzung in Düsseldorf.“

Den Verein gibt es seit dem Jahr 2000.

Die Mitgliederzahl liegt inzwischen bei fast 400, damit ist die KG Regenbogen der drittgrößte Karnevalsverein in Düsseldorf. Mehr Infos im Netz: www.kg-regenbogen.de

Sein Freund Nicolas (19) ist ein Fan von eleganten Kostümen und orientiert sich weniger am närrischen Charakter der Veranstaltung. Seine Verkleidung ist eine Mischung aus Teufel und Vampir. „Ich bin hauptberuflich Bänker und bevorzuge auch in meiner Freizeit einen dunklen Dresscode. Das Böse hat einfach viel mehr Stil“, ergänzt er – und blickt finster mit seinen weißen Kontaktlinsen umher.

Ganz traditionell geriet dann der Auftritt des Prinzenpaares gegen 22 Uhr: in vollem Ornat und mit einem riesigen Konfetti-Regen. Das gefiel Prinz Christian III. so gut, dass der den Aufnahmeantrag der KG Regenbogen noch auf der Bühne unterschrieb.

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