Eine Rendite von 16 Prozent – davon träumen Anleger. Kevin Kranz (14) und seine Mitschüler haben das mit ihrem Aktiendepot geschafft.

Andreas Goßmann von der Stadtsparkasse und das Gewinnerteam: Tim Schürings, Kevin Kran, Jan Niklas Ruland und Sven Sklarek (v.l.) haben ihr Startkapital mit 16 Prozent Rendite veredelt.
Andreas Goßmann von der Stadtsparkasse und das Gewinnerteam: Tim Schürings, Kevin Kran, Jan Niklas Ruland und Sven Sklarek (v.l.) haben ihr Startkapital mit 16 Prozent Rendite veredelt.

Andreas Goßmann von der Stadtsparkasse und das Gewinnerteam: Tim Schürings, Kevin Kran, Jan Niklas Ruland und Sven Sklarek (v.l.) haben ihr Startkapital mit 16 Prozent Rendite veredelt.

Bernd Nanninga

Andreas Goßmann von der Stadtsparkasse und das Gewinnerteam: Tim Schürings, Kevin Kran, Jan Niklas Ruland und Sven Sklarek (v.l.) haben ihr Startkapital mit 16 Prozent Rendite veredelt.

Düsseldorf. Die sechs Schüler der Georg-Schulhoff-Realschule sind Sieger des Planspiels Börse 2009 der Stadtsparkasse Düsseldorf. Ihr Depot hat sich gegen 39.000 Schülerteams aus ganz Deutschland durchgesetzt. Am Donnerstagabend konnten sie sich gemeinsam mit vier weiteren Siegerteams ihren Lohn im Apollo Varieté abholen. 57.000 Euro gab es allerdings nicht. 900 Euro Gewinnprämie und einen extra Bonus von 1000 Euro für ihre Investition in vorwiegend nachhaltige Aktien überreichte Vorstandsmitglied Andreas Goßmann dem Team "Börsenjungler".

Die Börse ist ein Dschungel - deshalb der Name "Börsenjungler"

Den Namen haben sich die Jugendlichen selbst ausgedacht. "Die Börse ist ein Dschungel, da fanden wir die Bezeichnung sehr passend", sagt Gruppenleiter Kevin Kranz. Die Schüler fanden sich im Dickicht des Aktienjungels aber erstaunlich gut zurecht. "Wir haben uns über mögliche Firmen im Internet informiert und vor allem große Unternehmen mit Zukunft raus gegriffen", sagt Kevin Kranz. Aber nicht nur das Internet kam ihnen zu Hilfe. Kevins Vater arbeitet bei Henkel und gab Insidertipps.

Die "Börsenjungler" investierten einen Großteil ihres fiktiven Startkapitals von 50.000 Euro in Henkel-Aktien. Das brachte ihnen den Sieg. An der realen Börse werden Insidergeschäfte mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft, bei den Schülern drückte die Stadtsparkasse ein Auge zu. "Wichtig ist, dass die Jugendlichen einen Einblick in das Börsengeschehen und in wirtschaftliche Zusammenhänge bekommen. Das wollen wir mit dem Planspiel erreichen", sagt Andreas Goßmann. Nachhaltigkeit steht dabei ganz oben auf der Liste.

"Die Schüler sollen ja nicht zu Spekulanten erzogen werden. Es muss immer im Hinterkopf bleiben, dass die echte Börse kein Spiel ist."

Daniel Wienold, Lehrer und Betreuer des Siegerteams

Deshalb rief die Stadtsparkasse dieses Jahr zum ersten Mal den "Nachhaltigkeitspreis" aus. Mit ihren Henkel-Aktien sahnte den ebenfalls das Team um Kevin Kranz ab. "Die Schüler sollen ja nicht zu Spekulanten erzogen werden. Es muss immer im Hinterkopf bleiben, dass die echte Börse kein Spiel ist", sagt Daniel Wienold, Lehrer an der Georg-Schulhoff-Realschule und Betreuer der "Börsenjungler".

Er selbst hat mit einem Lehrerteam am Planspiel teilgenommen. Der interne Schul-Börsenkampf Lehrer gegen Schüler ging allerdings eindeutig an die Schülerfraktion. Ein klarer Sieg. Die Lehrer erreichten nur knapp drei Prozent Rendite. Trotz ihres enormen Erfolgs im Planspiel bleiben die Schüler auf dem Boden. Ihr Preisgeld wird nicht in Aktien gesteckt, sondern brav gespart.

39 000 Teams von sechs bis acht Schülern nahmen teil, darunter 51 aus Düsseldorf. Jedes Team erhielt ein Startkapital von 50.000 Euro und wählte im Internet aus einer Liste von 175 Firmen Aktien. Das Spiel begann im Oktober und dauerte zwei Monate. Neben den Schülern konnten auch Studenten mitmachen. 2002 meldeten sich an, davon 41 Studenten aus Düsseldorf.

Die nächste Runde des Planspiels Börse startet im Oktober. Voraussichtlich können sich Schüler und Studenten ab August anmelden.

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