Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer können zu der neuen Anlaufstelle auch eigene Ideen mitbringen und umsetzen.

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Christel Powileit, Thorsten Nolting, Miriam Koch und Uwe Wagner (v.l.) bei der Eröffnung des „Welcome Points“ in Flingern.

Christel Powileit, Thorsten Nolting, Miriam Koch und Uwe Wagner (v.l.) bei der Eröffnung des „Welcome Points“ in Flingern.

Judith Michaelis

Christel Powileit, Thorsten Nolting, Miriam Koch und Uwe Wagner (v.l.) bei der Eröffnung des „Welcome Points“ in Flingern.

Düsseldorf-Flingern. Einen solchen Auflauf an Vertretern der Verwaltungsspitze sieht man in Flingern nicht häufig. Zur Eröffnung des neuen Welcome Points für Flüchtlinge und Ehrenamtliche kamen am Freitag neben dem Bezirksbürgermeister Uwe Wagner und der Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und Bürgermeisterin Claudia Zepuntke. Nach den Bezirken 5 und 4 bekommt nun auch der Bezirk 2 (Flingern, Düsseltal) seinen eigenen Welcome Point, der Anlaufstelle für Flüchtlinge, ehrenamtliche Helfer und Interessierte sein soll.

„Wir lassen uns ausnahmsweise gerne chaotisieren“

Getragen wird die neue Einrichtung von der Diakonie. „Es müssen Menschen da sein, die Willkommen ausdrücken. Dieses Willkommen muss aber auch verstärkt und verändert werden können“, sagte Diakoniepfarrer Thorsten Nolting. Für ihn soll der neue Anlaufpunkt am Platz der Diakonie kein starres Angebot beheimaten. Vielmehr sei es wichtig, dass die Besucher ihre eigenen Ideen mitbringen und auch eigene Projekte durchführen, bei denen sie die Diakonie unterstützt. „Wir lassen uns da ausnahmsweise gerne chaotisieren“, so Nolting.

Einbringen können sollen sich auch Menschen, deren Asylantrag bereits positiv beschieden wurden und die mittlerweile in Düsseldorf und im Bezirk eine dauerhafte Heimat gefunden haben. Beratungen, Kurse und Angebote müssten gar nicht in den neuen Räumen stattfinden. Der Welcome Point biete aber die Möglichkeit, um zu planen und zu organisieren, so Nolting.

Der Welcome Point ist vormittags für zwei Stunden geöffnet

Erste Ansprechpartnerin vor Ort wird ab sofort Christel Powileit sein. Die Leiterin hob besonders die Möglichkeiten hervor, mit anderen Einrichtungen im Bezirk zusammenzuarbeiten. „Die Kooperation der Institutionen ist sehr gut. Das ist sicherlich ein Vorteil, um jedem entgegenkommen zu können.“ Auch sie hat diejenigen im Blick, die dauerhaft in Düsseldorf leben. „Die Bürger, die schon lange hier sind, dürfen wir nicht vergessen. Sie brauchen Andockpunkte im Bezirk“, so Powileit.

Von 10 bis 12 Uhr ist der Welcome Point täglich geöffnet. Doch auch darüber hinaus sollen Veranstaltungen im Haus möglich sein. Hinzu kommt, dass es im Ladenlokal des „Fairhauses“ einen eigenen Bereich für Flüchtlinge gibt, in dem sie sich Kleidung aussuchen können. Auch die Flüchtlingsberatung der Diakonie ist an das Angebot angeschlossen.

Der neu eröffnete „Welcome Point“ der Diakonie befindet sich am Platz der Diakonie 2a in Flingern. Wer helfen möchte oder Beratung braucht, kann sich telefonisch an die Mitarbeiter wenden unter der Nummer 7353284.

Bereits jetzt gibt es ähnliche Anlaufstellen an der Niederrheinstraße in Stockum (Eröffnung im September 2015) und im Pfarrzentrum St. Anna in Niederkassel (Eröffnung Ende November 2015).

Die Einrichtung weiterer Welcome Points ist für die drei Stadtteile Eller, Garath und Bilk geplant.

„Wir werden hier im Gebäude auch Beratungssprechstunden durchführen“, sagte Oliver Targas von der Beratung. Allein im Bezirk 2 beraten seine Kollegen rund 200 Flüchtlinge. Die Einrichtung in Flingern ist der erste Welcome Point der Diakonie. Drei weitere in Bilk, Eller und Garath sollen in den kommenden Wochen folgen. Den Anfang in Düsseldorf hat der Norden (Bezirk 5) gemacht. In Lohausen eröffneten im September Stadt und Jugendberufshilfe die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche. „Mein Kollege als Bezirksbürgermeister, Stefan Golißa, hatte uns eingeladen, um uns das Haus vorzustellen, und ich war sofort begeistert“, berichtete Uwe Wagner. „Ich bin sehr froh, dass wir so etwas nun auch in unserem Bezirk haben.“

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