Interview: Die Chefin des Umweltdezernats, Helga Stulgies, über Seuchengefahren, Feinstaub und Jogging im Winter.

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Seit zwei Jahren ist Helga Stulgies Umweltdezernentin.

Seit zwei Jahren ist Helga Stulgies Umweltdezernentin.

Seit zwei Jahren ist Helga Stulgies Umweltdezernentin.

Bernd Nanninga, Bild 1 von 2

Seit zwei Jahren ist Helga Stulgies Umweltdezernentin.

Düsseldorf. Frau Stulgies, seit einem Dreivierteljahr gilt auch in Düsseldorf Plakettenpflicht. So genannte Stinker sollen auf diese Weise aus der Stadt herausgehalten werden. Dennoch werden die Richtwerte häufig überschritten. Was unternimmt die Stadt dagegen?

Stulgies: Ob die Umweltplakette etwas gebracht hat, kann ich noch nicht sagen, denn es fehlen belastbare Werte. An sechs Stellen wird kontinuierlich gemessen, die Werte müssen aber noch vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz bewertet werden. Belastbare Ergebnisse werden wir im Frühjahr bekommen. Absehbar ist jedoch bereits heute, dass die Feinstaubbelastung etwas zurückgegangen ist, die Stickoxide aber auf hohem Niveau stagnieren.

Da der Grenzwert 2010 nochmals gesenkt wurde, sind Grenzwertüberschreitungen programmiert. 2010 werden alle bisherigen Maßnahmen noch einmal auf ihre Zielerreichung hin überprüft. Sollten die Grenzwerte weiter überschritten werden, werden Bezirksregierung, Landesamt für Naturschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz (LANUV) und Stadt Düsseldorf über weitere Maßnahmen verhandeln müssen.

Im August wurde der Grundstein für eine neue Feuerwache am Flughafen gelegt. Ist die Feuerwehr damit gut genug aufgestellt?

Stulgies: Wenn die Feuerwache 5 Mitte des Jahres in Betrieb geht, wird die Versorgung der Bevölkerung im Düsseldorfer Norden durch Feuerwehr und Rettungsdienst erheblich verbessert. Mit Inbetriebnahme der Feuerwache wird auch ein zusätzlicher Notarzt tätig werden.

Sie sind unter anderem auch Dezernentin für Verbraucherschutz. Welche Lehren ziehen Sie aus der Schweinegrippe?

Stulgies: Die Diskussion um die neue Grippe betraf mein Dezernat nur mittelbar; die Hauptarbeit leistete das Gesundheitsamt. Der Krisenstab stellte allerdings das Forum für eine ämterübergreifende Koordination und Organisation. Neben den Krisenstabssitzungen aus besonderem Anlass werden regelmäßig Planbesprechungen durchgeführt. Zum Beispiel wurde 2009 eine Trinkwasserverseuchung mit Benzol durchgespielt. Jedes Jahr wird ein entsprechendes Szenario vorgegeben, um sowohl den praktischen Einsatz als auch die Logistik zu testen.

Düsseldorf setzt als wachsende Stadt auf Verdichtung der Wohnviertel. Wie viel Platz bleibt dabei noch fürs Grün?

Am 10. September 1956 in Dinslaken geboren, verheiratet, keine Kinder, lebt seit gut 27 Jahren in Düsseldorf. Maschinenbau-Studium in Aachen, Abschluss als Diplom-Ingenieurin. Sie arbeitete bei Mannesmann-Demag und mehreren Landesbehörden. Vor ihrem Amtsantritt als Umweltdezernentin war sie Hauptdezernentin "Umweltüberwachung" bei der Bezirksregierung.

Stulgies: Das neue Quartier in Derendorf zeigt, dass die Anlage von Grünflächen Bestandteil der heutigen Stadtplanung ist. Wichtig ist, dass diese Anlagen mit den Bauprojekten verknüpft sind. So werden neben dem bereits bestehenden städtischen Grün (z. B. Parks, Straßenbegleitgrün) kontinuierlich neue Grünflächen geschaffen.

Düsseldorf tut viel für seine historischen Anlagen. Es gibt einen Masterplan zur Wiederherstellung der alten Parks, in den Forsten werden Waldschulen angelegt und die Machbarkeitsstudie zur Modernisierung des Wildparks liegt auf dem Tisch. Was kann in den Zeiten der knapper werdenden finanziellen Ressourcen umgesetzt werden?

Stulgies: Einige historische Parkanlagen sind bereits nach erstellten Parkpflegewerken saniert. Wir sind in der glücklichen Lage, im Rahmen des bestehenden Masterplans weitere Parkpflegewerke in Auftrag zu geben bzw. umzusetzen. Die Umsetzung kann teilweise im Rahmen der laufenden Pflegemaßnahmen erfolgen. Für unseren Wildpark im Grafenberger Wald liegt zwischenzeitlich eine Machbarkeitsstudie zur Attraktivierung vor. Der Park ist schön, aber in die Jahre gekommene Anlage. Ich möchte ab 2011 die Umsetzung in kleinen Schritten vorantreiben.

Bei den Bewerbungen zur Entente florale präsentierte sich Düsseldorf als bunte Stadt. Das blaue Band im Rheinpark wurde sogar zum Markenzeichen erhoben. Wie kann diese Blütenpracht stadtweit erhalten bleiben?

Stulgies: Einige Projekte wie das blaue Krokusband im Rheinpark oder die Narzissenwiese am Südring sind glücklicherweise langfristig wirksame Maßnahmen. Denn die Zwiebelpflanzen vermehren sich im Boden von selbst. Ansonsten setze ich beim Blumenschmuck weiter auf Wechselbepflanzung. Vor allem den Hofgarten möchte ich als Aushängeschild der Stadt noch intensiver pflegen lassen. Und im Zuge der Sanierung des Spee’schen Grabens soll der Rosengarten am Stadtmuseum aufgewertet werden.

2010 werden die Müll- und Abfallgebühren nicht erhöht. Wie lange ist das zu halten?

Stulgies: Das kann ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen, weil niemand weiß, wie sich die Kosten entwickeln werden. Bisher jedenfalls war es schon schwierig genug, eine Erhöhung zu vermeiden.

Was nehmen Sie sich ganz persönlich für 2010 vor?

Stulgies: Ich möchte wieder mehr joggen, um einen Ausgleich zum Job zu haben. Normalerweise treibe ich nur am Wochenende Sport, aber nach Weihnachten habe ich angefangen, auch an den Werktagen morgens früh zu laufen. Das möchte ich beibehalten. Außerdem ist Joggen ein praktischer Sport. bei dem man ohne große Vorbereitungen gleich loslaufen kann. Im Winter nehme ich eine asphaltierte und sichere Strecke. Und wenn die Tage länger werden, geht es wieder in den Wald.

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