Sie sitzen in Bilk und haben schon mehr als 1000 Produkte gestaltet: die Uniteddesignworkers.

Geschäftsführer Reiner Wallbaum mit einem Surfbrett nach Düsseldorfer Geschmack.
Geschäftsführer Reiner Wallbaum mit einem Surfbrett nach Düsseldorfer Geschmack.

Geschäftsführer Reiner Wallbaum mit einem Surfbrett nach Düsseldorfer Geschmack.

Judith Michaelis

Geschäftsführer Reiner Wallbaum mit einem Surfbrett nach Düsseldorfer Geschmack.

Düsseldorf. Ein stylisches Teeservice, ein komfortables Klappbett, ein rasantes Elektromobil: Das siebenköpfige Team von Uniteddesignworkers hat sich auf Industriedesign spezialisiert. Vor genau einem Jahr ist Geschäftsführer Reiner Wallbaum mit seinen Partnern Andreas Kalweit und Christof Paul von Bochum nach Düsseldorf gezogen, eine Entscheidung, die das Team nicht bereut.

Kundenliste reicht von Aral und Keramag bis zu Leonardo

An der Brunnenstraße haben sie auf zwei Etagen und 400 Quadratmetern ihre Agentur - und die hat es in sich. Möbel, Betten, Surfbretter: Die Designer haben schon mehr als 1000 Produkten ein besonderes Äußeres verliehen. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern haben sich die fünf Männer und zwei Frauen, allesamt Industriedesigner, nicht auf gewisse Produktbereiche beschränkt. Sie gestalten alles - vom Eierbecher bis zur Rolltreppe: "Unser breites Spektrum ist unsere Stärke. Wir haben dadurch einen optimalen Überblick über Innovationen in den verschiedensten Produktbereichen", sagt Kalweit. Namhafte Firmen wie Emsa, Leonardo, Aral, Thyssen Krupp und Keramag gehören zu ihren Kunden.

Jüngstes Projekt, dieses Jahr in Serie gegangen, ist ein Teeservice für die Firma Emsa. Der Hersteller, der laut Wallbaum seit geraumer Zeit seine Marke massiv verjüngen wolle, sei mit den Marktforschungsergebnissen zu den Designern gekommen. Das Ergebnis nach sechs Monaten Entwicklung: Puristische Form, viel Glas und weißer Kunststoff - wer aus diesem Service seinen Tee genießt, legt offenbar Wert auf ästhetische Gestaltung. "Unsere Kunden suchen gerade heute in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Mehrwert und das so genannte Alleinstellungsmerkmal", berichtet Wallbaum.

Wer also heutzutage vom Designer kreieren lässt, will schon etwas Besonderes haben. Das wissen Wallbaum und seine Leute: "Wir haben Innovation und Wirtschaftlichkeit ständig im Blick", erklärt Kalweit. Beispiel: Das Klappbett der Firma Froli: Es hat 55 Kunststofffedern. "Wir haben zum einen die Produktteile der Federn von vier auf zwei reduziert, was Lohnkosten bei der Produktion spart und zudem den Materialeinsatz verringert", verrät Paul. "Wir konnten so zwei Kilo Kunststoff pro Bett einsparen!"

Oft hören Wallbaum und seine Partner auf Messen von Kunden, dass man sich einen Designer nicht leisten könne und daher eher auf die Entwickler im eigenen Haus zurückgreife. "Doch wer bereit ist, sich von festsitzenden Denkweisen zu lösen, kann durch den Einsatz eines Designers am Ende Geld sparen", ist Paul überzeugt.

Manche Produkte werden auf eigene Kosten entwickelt und angeboten

Die Designer gestalten Konsum- und Investitionsgüter: Hauptsächlich Möbel und Medizinprodukte, aber auch Eierbecher, Zitronenpressen, Spielzeug, Skier und mehr.

Wallbaum, Paul und Kalweit haben zudem ein 600-seitiges Handbuch für technisches Produktdesign herausgebracht.

Neben Konsumgütern werden auch Investitionsgüter gestaltet, wie jüngst die Ampelsäule für eine Rolltreppe der Firma Otis. Und für das Düsseldorfer Unternehmen Miacom diagnotics arbeiten die Gestalter zur Zeit an einer Box mit medizinischen Instrumenten - hier geht es um ein neues Schnellverfahren zum Nachweis von Keimen.

Die studierten Industriedesigner arbeiten zudem nicht nur nach Auftrag: Ob Kinderfahrzeug, Windlicht oder Papierkorb, sie entwickeln auch auf eigene Kosten und bieten ihre Produkte dann auf dem Markt an, getreu dem Leitsatz: "Funktioniert das Produkt, kann man es benutzen. Ist das Design gut, will man es benutzen!"

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