Wenn die Stadtsparkasse einmal in die negativen Schlagzeilen gerät, dann richtig und mit Dauerabo. Das war in den neunziger Jahren so, als bei den dubiosen Schweiz-Geschäften der gute Ruf, ein Vorstandschef und rund 100 Millionen Euro verloren gingen, und das ist seit eineinhalb Jahren so, seit der Pooth-Skandal das Hochhaus an der Berliner Allee beschäftigt.

Während der größte Teil des stadtnahen Kreditinstituts jedoch längst wieder zur Routine des "business as usual" zurückkehren konnte, sorgt die juristische Aufarbeitung der Pooth-Pleite immer wieder für unliebsame Schlagzeilen. Die Niederlage der Stadtsparkasse gegen ihren ehemaligen Generalbevollmächtigten Christoph Flohr fällt sicherlich unter diese Kategorie.

Flohr ist fristlos vor die Tür gesetzt worden - die zäh verhandelten Vergleichsangebote des Richters wollte der amtierende Vorstandschef Peter Fröhlich im Gefühl des Rechthabens jedoch nicht annehmen. Die Quittung sind eine Niederlage, höhere Kosten und ein äußerst ungewisser Ausgang in einer möglichen Berufungsverhandlung.

Das Problem: Einen ähnlichen Rohrkrepierer könnte es im Fall des geschassten Ex-Sparkassen-Chefs Heinz-Martin Humme geben. Dieser wäre fatal, denn auf diese Weise könnte Humme die Rufschädigung, die er mit seiner fragwürdigen Beziehung zu Franjo und Verona Pooth der Sparkasse zugefügt hat, noch einmal auf andere Weise wiederholen.

Dennoch nutzt in einem solche Fall alles Gejammer nichts. Es scheint, die aktuellen Manager sollten ihre Siegeschancen kühler analysieren. "Bestraft die Sünder der Stadtsparkasse!" hat der verstorbene OB Erwin in seinem Vermächtnis geschrieben. Wenn aber die Prozesse den Zusatz "und die Sparkasse gleich mit" zur Folge haben, wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die anstehenden Verfahren der Stadtsparkasse gegen Humme und Stiegemann um Schadenersatz werden also spannend.

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