Erst war der Ruderer tagelang bei minus 30 Grad in der Arktis, dann wurde er Vater.

Zehnkampf
Felix Otto aus Hamm ist mehrfacher Ruderweltmeister.

Felix Otto aus Hamm ist mehrfacher Ruderweltmeister.

privat

Felix Otto aus Hamm ist mehrfacher Ruderweltmeister.

Düsseldorf. Es gab schon weniger aufregendere Monate im Leben von Felix Otto. Sicher, der ehemalige Weltklasse-Ruderer aus Hamm gewann bereits mehrere Weltmeistertitel. Doch dieser Januar wird im Leben des 29-Jährigen trotzdem einen ganz besonderen Platz einnehmen: Zunächst war er für sieben Tage auf einer Abenteuertour im Norden Kanadas unterwegs, am Sonntag wurde Felix Otto zum ersten Mal Vater. Um 15.47 Uhr kam die kleine Helena Theresa (53 Zentimeter, 3115 Gramm) zur Welt. Und das im Eigenheim in Hamm. „Wir haben uns dafür entschieden, weil meine Schwester Hebamme ist. Wir wollten eine schöne und ruhige Geburt“, nennt der Medizinstudent die Beweggründe für die Hausgeburt. Als Ruderer hat er aber natürlich noch ein anderes Argument für die Entbindung im heimischen Hamm: „Wir wollten so nah wie möglich am Rhein sein.“ Die Verbundenheit zur Natur war es auch, die ihn in den Tagen zuvor in den Norden Kanadas führte. Gemeinsam mit dem Playmate Franzy Balfanz trat er für das „Team Playboy“ beim arktischen Zehnkampf im kanadischen Yukon an. Sieben Tage lang mussten die Teilnehmer teils spektakuläre Aufgaben bei minus 30 Grad meistern: ein Hundeschlitten-Rennen, Eiswand-Klettern, einen Halbmarathon zum Polarkreis, einen Schneeschuh-Lauf oder eine Kanu-Abfahrt.

Beim Hundeschlitten-Rennen spritzte auf einmal das Blut „Das waren traumhafte sieben Tage. Diese weite Landschaft, diese Stille – ich habe das sehr genossen“, sagt Otto, der die Wettkämpfe nicht mit dem letzten Ehrgeiz anging, um seine sportlich eher unerfahrene Mitstreiterin nicht zu überfordern. Doch es gab auch weniger ruhige Momente: „Ich hatte mich am meisten auf das Hundeschlitten-Rennen gefreut. Und dann greifen sich die Hunde auf einmal gegenseitig an, bis das Blut spritzte“, sagt Otto, dessen Team das Rennen sofort abbrechen musste. So wurde der Halbmarathon zum Polarkreis der Höhepunkt der sieben Tage. Weniger Glück hatte der Wassersportler ausgerechnet beim Kanufahren. Doch er nimmt es mit Humor: „Als Ruderer kann ich halt nicht paddeln. Ich habe nicht lenken können und kein Tor getroffen. Aber weil ich so schnell war, sind wir trotzdem noch Dritter geworden.“

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