Die Schebestas betrieben „Das Brötchen“. Vor einem Jahr gingen sie in die Türkei.

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Ausgewandert: Die Schebestas in ihrem Büdchen in Eller (l.) und im türkischen Ayvalik. )

Ausgewandert: Die Schebestas in ihrem Büdchen in Eller (l.) und im türkischen Ayvalik. )

Arend/Schebesta

Ausgewandert: Die Schebestas in ihrem Büdchen in Eller (l.) und im türkischen Ayvalik. )

Düsseldorf. An Ideen mangelt es Inge und Lothar Schebesta wahrlich nicht. Als vor Jahren einmal wegen einer Baustelle vor der Haustür ihres Kioskes in Eller die Gäste ausblieben, organisierten die beiden kurzerhand eine Internettalentshow in ihrem Kiosk "Das Brötchen". Jeder Gast konnte sich und sein Talent zehn Minuten lang der Welt präsentieren. Die Talentshow wurde Kult, sogar das Fernsehen wurde auf die gewitzten Geschäftsleute aufmerksam.

Das "Brötchen" ist seit über einem Jahr Geschichte. "Meine Frau und ich wollten mit fünfzig einfach ein neues Leben beginnen", sagt Lothar Schebesta. Und zwar in der Türkei. Der Fernsehsender Vox begleitete die beiden Auswanderer bei ihren ersten Schritten im Ausland. Eigentlich wollten sie ein Bistro nach dem Vorbild des "Brötchens" eröffnen, die komplette Ladenausstattung kam im Container mit. Auch die Internet-Soap aus dem Bistro sollte es wieder geben. "Aber wir haben nicht mit so vielen Hürden gerechnet."

Ihr Antrag auf Selbstständigkeit wurde abgelehnt, ein eigenes Geschäft dürfen sie vorerst nicht eröffnen. Das Haus in der Altstadt von Ayvalik, das die beiden angemietet haben, dürfen sie nicht als Lokal nutzen, da es mitten in einem Wohngebiet liegt. Dabei ist es nur drei Minuten vom quirligen Hafen mit seinen Geschäften entfernt. Die Zwischenbilanz von Lothar Schebesta fällt entsprechend bescheiden aus: "Leider hat bis jetzt noch nichts geklappt. Man soll nicht glauben, dass im Ausland alles leichter ist." Die Hauptprobleme: "Es fehlt die Sprachkenntnis und bei den Behörden muss man sehr viel Zeit einplanen." Der Briefverkehr mit den Behörden in Ankara zieht sich jetzt bereits seit über einem Jahr in die Länge.

Die Schebestas sind "inzwischen bei Plan C" angelangt, wie sie sagen. Langsam gehen den beiden jetzt die Ersparnisse aus.

Die behördlich verordnete Zwangspause nutzten sie, um ihr Haus für Feriengäste umzubauen. Dann wurden zwei neue Lokale angemietet. "In dem einen wird unser Bistro neu entstehen. In dem anderen eröffnen wir eine Pizzeria, alles Anfang März." Wenn es sein muss, werden die Geschäfte auf eine türkische Freundin der Düsseldorfer angemeldet. "An Aufgeben", sagen sie, "haben wir nie gedacht. Wir wollen unseren Traum verwirklichen."

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