Tief Andrea bringt Donnerstag Böen bis 110 km/h – die Feuerwehr bereitet sich auf zahlreiche Einsätze vor.

Feuerwehrmann Oliver Rologs überprüft auf der Wache Posener Straße die Kettensägen.
Feuerwehrmann Oliver Rologs überprüft auf der Wache Posener Straße die Kettensägen.

Feuerwehrmann Oliver Rologs überprüft auf der Wache Posener Straße die Kettensägen.

So sah das Vereins-Logo vor dem Sturm am Dienstag aus.

Die Trinkaus-Bank an der Kö ist eingerüstet. Aber das Gerüst ist in der Wand verankert und laut Unternehmen sturmfest.

Die Reste des abgerissenen Fortuna-Logos wurden am Mittwoch entfernt.

Bernd Schaller, Bild 1 von 4

Feuerwehrmann Oliver Rologs überprüft auf der Wache Posener Straße die Kettensägen.

Düsseldorf. „Dieser Sturm wird der stärkste seit über einem Jahr“, sagt Günther Hamm, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Im November 2010 zog Carmen durch Deutschland, mit Böen von bis zu 100 Stundenkilometern und Starkregen, der Sturm richtete zahlreiche Schäden an. Und am Donnerstag soll es mit Tief Andrea sogar noch heftiger werden: Böen bis 110 km/h, Windstärke elf oder zwölf, sogar kleine Tornados sind möglich. Die Experten vom Wetterdienst gehen davon aus, dass sich das Sturmtief noch zum Orkan auswächst, bis es am Donnerstag Düsseldorf erreicht.

Meteorologe Hamm warnt vor „zwei Gefahrenwellen“: Von 6 bis 8 Uhr soll es heftigen Regen geben, es drohe Aquaplaning. Dann werden orkanartige Böen und Graupelschauer zwischen 10 und 15 Uhr wüten. „Es wird heftig“, warnt Hamm. Mit Störungen im Bahnverkehr und auf den Autobahnen rund um Düsseldorf müsse gerechnet werden, Pendler sollten vorsichtig fahren, Spaziergänger aus den Wäldern fernbleiben. Aber auch in der Stadt ist Umsicht geboten, weil der starke Wind Dachziegel lösen könnte.

Sturm Ulli hat das Fortuna-Logo vom Vereinsheim abgerissen

Die Feuerwehr hat sich darauf vorbereitet, in solchen Notfällen auszurücken. Üben konnte sie am Dienstagabend bereits bei Sturmtief Ulli, welches für 30 Einsätze in wenigen Stunden sorgte – die WZ berichtete. Markantester Schaden: Die Windböen beschädigten das Fortuna-Logo am Vereinsheim Flinger Broich, das Emblem mit einem Durchmesser von rund drei Metern musste entfernt werden. Laut Fortuna-Sprecher Tom Koster soll es so schnell wie möglich ersetzt werden – dann aber mit den richtigen Farben: Das jahrzehntealte Logo zeigte eine rote F95 auf weißem Grund, korrekt wäre es andersherum. Koster rechnet mit Kosten im vierstelligen Bereich.

Für den Donnerstag hat die Feuerwehr noch einmal ihre Kettensägen gecheckt und zusätzliches Werkzeug aus den Lagern geholt. „Auch weitere Drehleitern haben wir in der Hinterhand“, sagt Franz-Josef Schultheis von der Wache Posener Straße. Die Kräfte der Freiwilligen Wehr sind alarmiert und halten sich bereit.

Kranführer haben frei, Piloten können fliegen

Für Entspannung dürfte Sturm Andrea auf der Kö-Bogen-Baustelle sorgen. Zumindest bei den Kranführern. „Bei Windstärke fünf schalten sich die Kräne ab“, sagt Ulrich Hartard vom Projektentwickler „Die Developer“. „Dann muss der Kranführer runter und hat erst einmal frei.“ Damit die Arbeiten weitergehen können, hat die Firma aber einen Mobilkran im Einsatz, der niedriger und schwerer, also weniger windanfällig ist.

Schäden am Auto zahlt die Kaskoversicherung. Beschädigen Ziegel vom eigenen Dach Nachbarhäuser oder Autos anderer, greift die Haftpflicht.

Hausrat- und Gebäudeversicherung zahlen laut Ergo-Versicherung nur für vollgelaufene Keller, wenn „weitere Elementargefahren“ inbegriffen sind.

Dass auch „seine“ Baustelle sturmfest ist, hat sich Trinkaus-Sprecher Steffen Pörner am Mittwoch vom Gerüstbauer bestätigen lassen: Das Bankgebäude an der Kö ist wegen einer Fassadensanierung komplett eingerüstet. „Aber die Konstruktion ist in die Betonwand gedübelt“, sagt Pörner. Umstürzen könne da nichts.

Mit einem „relativ normalen Tag“ rechnet trotz Orkans Flughafensprecher Thomas Kötter: Der Wind werde aus Südwest und West blasen, den Flugzeugen also frontal vors Cockpit. „Cross-Winde“ von der Seite werden nicht erwartet. Kötter: „Das können die Piloten gut handhaben.“

 

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