Ehrenhof: 17 Monate bleibt das museum kunst palast wegen Sanierung und Brandschutz geschlossen. Probleme macht das Rubens-Bild.

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Restaurateurin Ilka Meyer-Stork tastet den Rubens mit einer Taschenlampe nach Rissen ab.

Restaurateurin Ilka Meyer-Stork tastet den Rubens mit einer Taschenlampe nach Rissen ab.

Stefan Arend

Restaurateurin Ilka Meyer-Stork tastet den Rubens mit einer Taschenlampe nach Rissen ab.

Düsseldorf. 5,6 Millionen Euro sind eine stolze Summe für die Sanierung des Kunstmuseums im Ehrenhof. Einen Vorgeschmack für den Grund, warum dies so teuer ist, kann man im Rubenssaal beobachten, wo die brennbaren Isoliermaterialien schnellstens entfernt werden müssen, damit dort keine Katastrophe wie seinerzeit am Flughafen entsteht. Zugleich muss wie im gesamten Altbau das Dach ausgetauscht werden, weil es undicht ist. Bis das ehemalige Kunstmuseum den Bestimmungen der Versicherung entspricht, werden 17 Monate vergangen sein. Wiedereröffnung ist zur Quadriennale im Herbst 2010.

Die Himmelfahrt Mariä erhält eine doppelte Klimakiste

Als die "Himmelfahrt Mariä" 1985 nach der ersten Sanierung des Hauses an die jetzige Stelle transportiert wurde, geschah dies durch eine Bodenöffnung. Seitdem ist das Bild so fest mit den Wänden verankert, dass es dort bleiben muss, wo es ist. Damit die Kostbarkeit bei der Dach-Reparatur nicht Wind und Wetter ausgesetzt ist, wird sie nach allen Regeln der Vorsicht verpackt, zunächst mit einem weichen Wickel aus Vliespapier, anschließend mit einer doppelten Holzverschalung. Zu guter Letzt wird sogar der gesamte Saal mit Holz verkleidet, damit er zu einer weiteren Klimakiste wird.

Das Holz des Rubensbildes ist extrem empfindlich

Der Grund für all diesen Umstand ist das Material des Bildes. Rubens hat seine Maria nicht einfach auf billige Leinwand gemalt, sondern auf kleine, teure Eichenholzplatten. Restaurator Gunnar Heydenreich erklärt das Problem, das der Maler damit den Düsseldorfern beschert: "Holz ist abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Es dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Das darf es aber nicht sein, weil die Malerei sonst reißen würde. Dann wäre das Kunstwerk zerstört." Erst nach der Verpackung werden die Dachluken geöffnet und durch moderne Sheddächer ersetzt.

Nicht ganz so kompliziert, dafür aber spektakulärer dürfte der Umgang der Restauratoren mit einem rund zehn Quadratmeter großen Gemälde von Arthur Kamp "Die letzte Aussage" sein. Es passt durch keine Tür, müsste also abgespannt und abgerollt werden, was man dem alten Bild nicht mehr zumuten darf. Es wird stattdessen in einer Holzkiste mithilfe eines Krans durch das Dach nach draußen gezogen und auf den Erdboden des Ehrenhofs herabgelassen. Sobald Kabel und Dächer erneuert sind, wird es wieder am Kran eingefahren und aufgehängt.

Die übrigen Bilder und Skulpturen machen weniger Scherereien. Sie werden im Haus umquartiert. Von der Dauerausstellung bleiben während des Umbaus nur die Glassammlung und die Schausammlung der Expressionisten und der mittelalterlichen Kunst geöffnet. Dafür ist der Eintritt für die Resträume frei.

Peter Paul Rubens malte das Gemälde 1616 bis 1618. Es gehörte einst zur Gemäldegalerie von Jan Wellem und blieb wegen seiner Größe in Düsseldorf.

Es ist in Ölfarbe auf Eichenholz gemalt.

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