Vor dem Rathaus feierte Düsseldorf die Freundschaft mit Fernost. Rund 30 000 Besucher lockte das China-Fest.

Freizeit, Chinafest
„Der Drache tanzt in Düsseldorf“ – so lautete das Motto des fünften Chinafestes auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

„Der Drache tanzt in Düsseldorf“ – so lautete das Motto des fünften Chinafestes auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

Sergej Lepke

„Der Drache tanzt in Düsseldorf“ – so lautete das Motto des fünften Chinafestes auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

Düsseldorf. Umgeben von Trommelwirbeln schlängelte sich ein roter, schillernder Drache durch die Menschenmenge vor das Rathaus, wo er von vielen Kindern ungeduldig erwartet wurde. „Ist der echt?“, fragte Eljas (3) seine Mutter Nadine Chirband (34) mit der er am Samstag zum Chinafest gekommen war. „Nein, aber einfach wunderschön“, sagt sie lachend. Sie waren wie 30 000 andere Besucher trotz des Regens in die Altstadt gekommen, um sich die verschiedenen Veranstaltungen anzusehen und mehr über China zu erfahren.

Tänzerin erzählte eine Liebesgeschichte aus Shanghai

Das Fest wurde von Oberbürgermeister Thomas Geisel zusammen mit dem chinesischen Botschafter Shi Mingde und Generalkonsul Feng Haiyang eröffnet. Der OB lobte die düsseldorfer-chinesischen Beziehungen und Botschafter Mingde dankte der Stadt für die Zusammenarbeit: „Der erste Kontakt geht mehr als 300 Jahre zurück. Aber wir blicken jetzt besonders auf das Ende des Zweiten Weltkrieges. Ich möchte besonders einen Düsseldorfer erwähnen, der im Widerstand gegen Hitler auf chinesischer Seite kämpfte. Sein Name ist Hans Müller.“

Hans Müller war ein jüdischer Arzt aus Düsseldorf, der während des Zweiten Weltkriegs nach China auswanderte, um Widerstand gegen Hitler zu leisten. Das Fest bot ein abwechslungsreiches Programm: Sänger und Künstler, Sportler und Trommler. Besonders begeisterte ein Ausschnitt aus der aktuellen Show „Shanghai Nights“ des Apollo Varietés. Hier entzückte Tänzerin Shihe Yuan das Publikum. Mit ihren Bewegungen erzählte sie eine Liebesgeschichte der 1930er/1940er aus Shanghai. „Gefällt mir sogar besser als der Drache“, sagte Simone Schliehe (44), die zum ersten Mal am Fest teilnahm.

Über chinesische Kultur und Mode informierte der Chinesische Unternehmerverband, Sportinteressierte konnten viel über moderne chinesische Kampfkunst lernen. Am Nachmittag bot Meister Yang eine Aufführung über „Shaolin Kampfkunst“, ein Kinderchor der Hnyuan Schule Düsseldorf trat auf und unter dem Titel „Schwebende Wolken“ gab es noch eine Tanzaufführung. Wer es gern exotisch mag, konnte Kulinarisches aus dem Reich der Mitte probieren.

Dies ließ sich der OB nicht zweimal sagen. Er nahm nach der Eröffnung an einer traditionellen chinesischen Teezeremonie teil und verriet: „Am liebsten mag ich „Hot-Pot“ aus Chongqing.“ Dabei handelt es sich um einen Feuertopf, ein chinesisches Fondue. „Scharf, aber sehr lecker“, schwärmte Geisel.

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