Der Flughafen hat Areal am Kieshecker Weg gekauft, der Mietvertrag von Löwensenf läuft 2019 aus. Noch wird verhandelt.

Flughafen hat Areal am Kieshecker Weg gekauft, der Mietvertrag von Löwensenf läuft 2019 aus. Noch wird verhandelt.
Bis zu 18 000 Gläser Löwensenf in der Stunde werden im Werk am Kieshecker Weg hergestellt, im Jahr sind es rund 11 000 Tonen. Archiv

Bis zu 18 000 Gläser Löwensenf in der Stunde werden im Werk am Kieshecker Weg hergestellt, im Jahr sind es rund 11 000 Tonen. Archiv

M. Zanin

Bis zu 18 000 Gläser Löwensenf in der Stunde werden im Werk am Kieshecker Weg hergestellt, im Jahr sind es rund 11 000 Tonen. Archiv

Düsseldorf. Verschwindet bald eines der bekanntesten Düsseldorfer Traditionsunternehmen aus der Stadt? Die Zukunft von Löwensenf in Lichtenbroich ist ungewiss, so viel steht fest. In gut zwei Jahren nämlich läuft der Mietvertrag des führenden Herstellers von scharfem Senf am Kieshecker Weg aus. Besitzer des Grundstücks ist der benachbarte Flughafen. Was aber hat der Airport mit dem Areal, das gleich neben den Parkhäusern P4 und P5 sowie unterhalb der A 44 liegt, vor?

„Wir haben das Gelände am Kieshecker Weg bereits vor zwei Jahren gekauft. Es handelte sich hierbei um einen strategischen Ankauf mit einer langfristigen Perspektive“, sagt Flughafensprecher Thomas Kötter. Der Platz an Airports sei räumlich zumeist begrenzt, Grundstücke in direkter Flughafennähe insofern ein begehrtes Gut. Kötter: „Der Mietvertrag mit Löwensenf wird nach derzeitigem Stand vertragskonform bis Ende 2019 erfüllt.“ Eine konkrete Planung für die weitere Verwendung dieses Grundstückes gebe es bisher nicht, man verhandele mit der Löwensenf GmbH.

Noch produzieren 60 Mitarbeiter rund 11 000 Tonnen Senf im Jahr

Eine Sprecherin der Löwensenf-Mutter Develey aus Unterhaching bei München bestätigt das: „Ende 2019 läuft unser Mietvertrag in Düsseldorf aus, wir stehen mit dem Flughafen in Verhandlungen um eine Verlängerung – und warten derzeit auf eine Rückmeldung aus Düsseldorf.“

In der Landeshauptstadt sitzt das 1903 von der Familie Frenzel zunächst in Metz gegründete Unternehmen seit 1920. Allerdings ist Löwensenf streng genommen schon länger kein Düsseldorfer Unternehmen mehr, denn bereits 2002 übernahm Deutschlands führender Senfhersteller Develey (beliefert auch Mc Donald’s mit Ketchup und Mayonnaise) das „schärfste Wahrzeichen“ der Stadt. Und seit Februar 2014 heißt die gelbe Paste offiziell auch nicht mehr „Düsseldorfer Löwensenf“, sondern nur noch „Löwensenf extra“.

Jetzt freilich droht auch noch das Aus für die Produktion am Standort in Lichtenbroich. Aktuell beschäftigt Löwensenf 60 Mitarbeiter am Kieshecker Weg. Die stellen 11 000 Tonnen Senf im Jahr her, in Spitzenzeiten laufen bis zu 18 000 Gläser in der Stunde mit dem Löwen auf der roten Banderolle vom Band. Die Frage ist nur: Wie lange noch?

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