Der Monat brachte es im Durchschnitt gerade mal auf 0,3 Grad. Vor allem die Heizungsinstallateure hatten gut zu tun.

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Jogger im Nebel: Gestern war meteorologischer Frühlingsanfang.

Jogger im Nebel: Gestern war meteorologischer Frühlingsanfang.

Durchschnittswerte der Monate Dezember, Januar und Februar.

Nanninga, Bild 1 von 2

Jogger im Nebel: Gestern war meteorologischer Frühlingsanfang.

Düsseldorf. So kalt war es im Februar schon lange nicht mehr: Was die Düsseldorfer schon ahnten, haben sie jetzt auch schwarz auf weiß. Mit einer Durchschnittstemperatur von gerade einmal 0,3 Grad war es der kälteste Februar seit 1986. Damals wurden im Schnitt sogar minus vier Grad gemessen.

Kältester Tag in diesem Winter war der 4. Februar, der Durchschnittswert lag bei -9,1 Grad, in der Nacht sank das Quecksilber gar auf -13,8 Grad. Klingt ungemütlich, ist aber noch längst nicht das Ende der Fahnenstange: Der Blick ins Archiv zeigt, dass es in Düsseldorf noch sehr viel frostiger werden kann.

Die geringste am Flughafen gemessene Temperatur in den vergangen vier Jahrzehnten datiert vom 2. Januar 1997: Sage und schreibe -20,8 Grad wurden damals registriert. In der Hitliste der niedrigsten Frühtemperaturen folgen der 7. Januar 2009 (-19,9 Grad), der 8. Januar 1985 (-19,1 Grad) und der 5. Januar 1979 (-19,0 Grad).

Viel Arbeit für Installateure: Defekte Heizungen und geplatzte Rohre

Die Kälteperiode vor Karneval hat vor allem den Heizungsinstallateuren gute Geschäfte beschert. Zunächst waren es vor allem defekte Heizungen, die vielen Düsseldorfern zu schaffen machten. Die Betriebe hätten bis zu 80 Prozent mehr Aufträge als normalerweise, hieß es Anfang Februar seitens der Innung.

„Zum Glück hat das mit den Heizungen genau zu der Zeit aufgehört, als es mit den Rohrbrüchen losging“, bilanziert Hans-Joachim Hering, der Obermeister der Innung Sanitär, Heizung, Klima. „Dadurch konnten wir alle Einsätze relativ schnell abarbeiten. Wenn es Engpässe gibt und die Kunden warten müssen, ist das für beide Seiten unbefriedigend.“

Während die wochenlange Dauerfrost-Periode den Heizungsrohren also mächtig zugesetzt hat, haben die Düsseldorfer Straßen kaum gelitten. Das war in den Vorjahren anders. Beispiel Winter 2009/2010: Da musste die Stadt 5000 Löcher schließen. Die Kosten lagen bei 4,9 Millionen Euro. Der Haushalt sah jedoch nur 2,5 Millionen Euro für die Straßenerhaltung vor – die fehlenden 2,4 Millionen Euro mussten extra bereit gestellt werden.

Auch vorigen Winter gab es viele neue Löcher. „Diesmal hatten wir zum Glück nur eine längere Frostperiode, das macht den Straßen nichts“, erklärt Andrea Blome vom Amt für Verkehrsmanagement. „Was den Asphalt kaputt macht, ist ein schneller und häufiger Wechsel von Frost- und Tauwetter.“ Den Reparatur-Etat werde man dennoch voll ausschöpfen. Blome: „Wir haben noch genug Schlaglöcher vom letzten Winter zu stopfen.“

Die Awista bilanziert einen „einfachen Winter“

Auch bei der Awista spricht man von einem „einfachen Winter“. Sprecher Ralf Böhme findet in der Bilanz nur einen großen Winterdiensteinsatz – den vom 13. Februar. Ansonsten gab es nur kleinere Einsätze. Davon insgesamt 45 von Oktober bis Februar, 25 allein in diesem Jahr. Von den großen Streusalz-Mengen, die nach dem vorigen Winter angeschafft wurden, ist kaum etwas weg. Böhme: „Die Lager sind noch gut bestückt.“

Als einen „kleinen Treppenwitz der Wettergeschichte“, bezeichnet deshalb auch Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander diesen Winter: „Nach der vorigen Saison haben wir arg hochgerüstet, im Dezember sogar noch bei einer Pressekonferenz extra unsere Vorbereitungen erklärt – und dann passiert nichts . . .“

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