59 000 Schwarzfahrer erfassten die Kontrolleure der Rheinbahn 2016. Viele wollen sich herausreden, manche werden aggressiv.

Nicht alle Rheinbahnkunden zeigen den Kontrolleuren zügig und freundlich ihre Tickets und Fahrscheine. Archiv
Nicht alle Rheinbahnkunden zeigen den Kontrolleuren zügig und freundlich ihre Tickets und Fahrscheine. Archiv

Nicht alle Rheinbahnkunden zeigen den Kontrolleuren zügig und freundlich ihre Tickets und Fahrscheine. Archiv

BN

Nicht alle Rheinbahnkunden zeigen den Kontrolleuren zügig und freundlich ihre Tickets und Fahrscheine. Archiv

Düsseldorf. Sie werden ohne gültigen Fahrschein in der Rheinbahn kontrolliert und haben einen Hund dabei. Dann sagen sie bloß nicht „Der Hund hat das Ticket gefressen“. Diese Ausrede ist nämlich ein „Klassiker“ der Schwarzfahrer.

Gut 59 000 wurden im vergangenen Jahr von den Kontrolleuren erwischt. „Das sind zwei Prozent der Fahrgäste“, erklärt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Und es sind auch rund vier Millionen Euro Einnahmeverlust für das Unternehmen.

80 Kontrolleure, teils Rheinbahnmitarbeiter, teils von Fremdfirmen, sind an 365 Tagen im Jahr in den Bussen und Bahnen unterwegs. Sie sind mindestens zu Zweit unterwegs. Laut Rheinbahn müssen sie sich allerhand Unsinn anhören, wenn sie einen Fahrgast beim Schwarzfahren erwischen. „Mein Fahrschein wurde geklaut“, heißt es da öfter. Und ganz dreist wird es, wenn dann auch noch auf einen anderen Fahrgast gezeigt wird, der gerade ausgestiegen ist.

Weitere Beispiele: Eine Mutter erklärte, sie habe sich um ihr Kind kümmern müssen und keine Zeit gehabt, ein Ticket zu lösen. Doch wie sich herausstellte, war die Frau schon zehn Haltestellen-lang unterwegs. Eine ältere, ebenfalls fahrscheinlose Dame wählte eine andere Art, sich der Strafe zu entziehen: Sie kippte ihre vollen Einkaufstaschen in der Bahn aus, stiftete so große Unruhe und hoffte, dass die Kontrolleure sie in Ruhe ließen. Was nicht der Fall war.

Wer ohne gültiges Ticket unterwegs ist, begeht Straftat

Schlagfertig, aber ebenfalls nicht erfolgreich war eine 60-jährige Frau, die nur ein (günstigeres) Ticket für Kinder gelöst hatte. Vom Kontrolleur daraufhin angesprochen meinte sie: „Da sehen Sie mal, wie lange ich schon auf die Bahn warte...“.

Ticket vergessen Wer sein Monatsticket vergessen hat, kann es innerhalb von 14 Tagen nachzeigen und zahlt dann keine 60 Euro Strafe, sondern eine Verwaltungsgebühr in Höhe von maximal 7 Euro. Handyticket Wer über sein Smartphone ein Ticket gekauft hat, muss sicherstellen, dass er es dem Kontrolleur zeigen kann. Ein leerer Akku oder Netzausfall gelten nicht als Ausrede. http://www.rheinbahn.de

Egal wie gut oder schlecht die Ausrede ist, wer keinen gültigen Fahrschein hat, zahlt 60 Euro Strafe. Die Summe wurde im Sommer 2015 von den Verkehrsunternehmen von 40 auf 60 Euro erhöht, abgeschreckt hat dies nicht. Die Jahreszahlen der Schwarzfahrer bleiben stabil. Ein paar Mal im Jahr gibt es Nachtkontrollen. Da ist sogar jeder Siebte ohne Ticket unterwegs.

Manchmal werden die Ertappten aggressiv. Noch in der vergangenen Woche habe eine Gruppe von vier Fahrgästen am Kirchplatz auf die Kontrolleure eingedroschen. Laut Leitung der Fahrausweisprüfung bei der Rheinbahn, habe der Kontrolleur einer Fremdfirma dabei einen mehrfachen Handbruch erlitten.

Doch auch wer ohne Fahrschein erwischt wird und sich normal verhält, begeht eine Straftat. Georg Schumacher spricht vom „Straftatbestand der Beförderungserschleichung“. Fällt jemand drei Mal innerhalb von zwei Jahren auf, erstattet die Rheinbahn eine Anzeige. Auch das kommt bis zu 3500 Mal im Jahr vor.

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