Tausende kamen am Dienstag zur Eröffnung. Der OSD suchte nach jungen Schulschwänzern.

Mitarbeiter des Düsseldorf Ordnungsamtes kontrollierten, ob schulpflichtige Minderjährige den Unterricht für die Eröffnung schwänzen.
Mitarbeiter des Düsseldorf Ordnungsamtes kontrollierten, ob schulpflichtige Minderjährige den Unterricht für die Eröffnung schwänzen.

Mitarbeiter des Düsseldorf Ordnungsamtes kontrollierten, ob schulpflichtige Minderjährige den Unterricht für die Eröffnung schwänzen.

Armin Gerstenmaier (24) fand die Jeans für elf Euro – und viel mehr.

Alina (18) war die erste in der Schlange, die schon um 8 Uhr vor dem Geschäft ausharrte. Drei Stunden später durfte sie herein.

Um 11 Uhr öffneten Sicherheitskräfte die Türen und hunderte von Kunden stürmten in einem ersten Schwung das Geschäft.

Melanie Zanin, Bild 1 von 4

Mitarbeiter des Düsseldorf Ordnungsamtes kontrollierten, ob schulpflichtige Minderjährige den Unterricht für die Eröffnung schwänzen.

Düsseldorf. Tausende haben am Dienstag das neu eröffnete Geschäft Primark gestürmt. Zeitweise bildete sich eine Schlange von der Schadowstraße um die Ecke bis weit auf die Bleichstraße – Ausnahmezustand für Schnäppchen im Überfluss. Bereits um acht Uhr hatten einige junge Frauen vor den Absperrgittern ausgeharrt, darunter auch Alina (18). „Wo gibt es in Düsseldorf schon die Möglichkeit, Modeartikel für sechs, sieben Euro zu bekommen“, sagte die angehende Abiturientin.

Der Ordnungsdienst (OSD) der Stadt hatte ein waches Auge auf das erwartete Klientel: weibliche Teenager unter 18 Jahren. „Auf welche Schule geht ihr?“, fragte eine OSD-Mitarbeiterin eine Schar junger Mädchen, die in der Schlange warteten. „Wir sind in die elften Klasse der Hulda-Pankok-Gesamtschule, aber wir haben eine Freistunde“, antwortete eine der Schülerinnen. Ein Kontrollanruf bei der Schule zeigte: Die Damen durften Schoppen gehen. Die OSD-Bilanz insgesamt: Sieben von 22 Schüler hatten blau gemacht – nur für den Primark-Besuch.

Rheinbahn-Mitarbeiter, Polizisten und dutzende von von Sicherheitskräften sorgten durch ihre Präsenz und Absperrgitter dafür, dass es nicht zu Unfällen oder Engpässen direkt neben den Straßenbahngleisen an der Schadowstraße kam – oder zu dichtem Gedränge. Doch wirklich eng war es schon eine Stunde nach der Eröffnung nicht mehr. „Das ist hier alles sehr diszipliniert gelaufen“, erklärte der Sicherheitschef der von Primark beauftragten Firma.

Greenpeace-Aktivisten werden nur am Rande wahrgenommen

Greenpeace-Aktivisten klärten vor dem Geschäft über gefährliche Stoffe in Textilien auf, doch die blieben im Konsumrummel nur Randfiguren. Armin Gerstenmaier aus Neuss hat eindeutig die Schnäppchen im Auge. „Ich bin natürlich wegen der Preise hier. Aber es gibt hier auch Artikel, die es sonst nirgendwo gibt“, sagt der 24-Jährige und freut sich unter anderem über eine Jeans für elf Euro. Dominik Holz ist dagegen nur im Schlepptau aus Jüchen angereist. „Meine Freundin wollte, dass ich mitkomme.“ Und die steht neben ihm. „Zwei Hemden habe ich schon gefunden“, sagt Jessica Kobus. Doch den beiden geht es auch um den Rummel, der veranstaltet wird. Tatsächlich ist das Heer der Journalisten groß. Sogar der französische TV-Sender „France 2“ ist dabei.

Der Primark-Store an der Schadowstraße 56 ist der elfte der irischen Kette in Deutschland. 260 Filialen gibt es in Europa. Das Geschäft in Düsseldorf hat 5700 Quadratmeter auf vier Etagen.

Kunden sollen mit extrem billigen Angeboten (u.a. Handtaschen für sieben Euro) gelockt werden.
 

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer