Himmelgeist und Benrath warten noch auf wirksamen Hochwasserschutz. In Wittlaer wird dieses Jahr gebaut.

Bei Hochwasser steht das Ausflugsrestaurant „Bei Toni“ in der Urdenbacher Kämpe regelmäßig unter Wasser.
Bei Hochwasser steht das Ausflugsrestaurant „Bei Toni“ in der Urdenbacher Kämpe regelmäßig unter Wasser.

Bei Hochwasser steht das Ausflugsrestaurant „Bei Toni“ in der Urdenbacher Kämpe regelmäßig unter Wasser.

Judith Michaelis

Bei Hochwasser steht das Ausflugsrestaurant „Bei Toni“ in der Urdenbacher Kämpe regelmäßig unter Wasser.

Düsseldorf. Millionen Menschen gucken dieser Tage mit Entsetzen auf die Hochwassergebiete im Norden, Süden und Osten Deutschlands. Nun fragen sich viele Düsseldorfer, wie sicher die heimischen Deiche sind. Die WZ hat sich umgeschaut und wagt eine Bestandsaufnahme des Hochwasserschutzes in Düsseldorf.

Das Römermuseum im Bürgel war am Wochenende geschlossen, auch die Gastronomen an Anlegestelle der Fähre nach Zons hatten die Stühle hochgestellt. Dass bei Hochwasser dort „Land unter“ ist, gehört zur Normalität. Die Urdenbacher Kämpe wurde bewusst nicht eingedeicht, um dem Fluss Platz zu lassen, sich auszudehnen. Das Gleiche gilt für die Oberkasseler Rheinwiesen. 

Noch keine nassen Füße haben die Anwohner von Himmelgeist. Doch wenn der Rhein steigt, schwingt die Angst mit. Denn der Bereich zwischen Kirche und dem Ende der Nikolausstraße ist die Schwachstelle im hiesigen Hochwasserschutz.

Stadt arbeitet sukzessive an der Ertüchtigung ihrer Deiche

Unvergessen ist das Weihnachtsfest 1996, als die Anwohner Heiligabend Sandsäcke stapeln mussten. Diese Gefahr ist noch immer nicht gebannt. Die Bedenken der Anwohner gegen die von der Stadt mehrfach überarbeiten Deichpläne sind zwar ausgeräumt, doch jetzt wartet der Stadtentwässerungsbetrieb erst einmal auf das Okay der Bezirksregierung. Mit dem Baubeginn wird frühestens 2015 gerechnet. So lange heißt es bei Hochwasser: Sandsäcke stapeln.

Nicht ganz so dramatisch ist die Lage an der Straße Im Diepental in Benrath, wo „erst“ dann Hochwasser droht, wenn es in Himmelgeist schon einen halben Meter hoch steht. Nach Protesten der Anwohner ist eine 1,50 Meter hohe Hochwassermauer geplant, die wie in Himmelgeist durch mobile Elemente aufgestockt wird. An den Plänen wird noch gearbeitet, wann gebaut wird, weiß niemand.

Der höchste in Düsseldorf gemessene Rheinpegel lag 1926 bei 11,10 Metern. In den vergangenen 20 Jahren liegt der Rekord bei 10,32 Metern.

Schutzvorkehrungen bei sehr hohen Pegeln: 8,50: Schließen des Hochwassertores in Kaiserswerth. 9,50: Schließen des Tores am Handelshafenkopf, 10,80: Schließen der Öffnungen in der Hochwasserschutzmauer von Rheinkniebrücke bis Schnellenburg, 11,20: Sandsäcke vor Freitreppe am Burgplatz.

Die Hochwasserschutz-Elemente bedient zurzeit die Firma Fenners. Da der Vertrag ausläuft, hat der Stadtentwässerungsbetrieb diese Dienste neu ausgeschrieben.

Auch im Norden besteht Handlungsbedarf, denn nicht alle Deiche sind auf dem neuesten Stand. Seit 1996 arbeitet die Stadt an einer Ertüchtigung der Deiche: So beginnt dieses Jahr eine Sanierung des Wittlaer Deiches. Und für den in Lohausen gibt es Überlegungen, das Vorland so weit abzusenken, dass zusätzlicher Überflutungsraum entsteht. Eine Machbarkeitsstudie soll im Herbst kommen.

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