Schulleiter fühlen sich für den integrativen Unterricht nicht gewappnet.

wza_1471x945_593273.jpeg
Die Förderschulen stellen sich konkret auf die Bedürfnisse ihrer Klientel ein. An der Martin-Luther-King-Schule etwa werden spezielle Angebot nur für Jungen gemacht. (Archivfoto : Bernd Schaller)

Die Förderschulen stellen sich konkret auf die Bedürfnisse ihrer Klientel ein. An der Martin-Luther-King-Schule etwa werden spezielle Angebot nur für Jungen gemacht. (Archivfoto : Bernd Schaller)

Die Förderschulen stellen sich konkret auf die Bedürfnisse ihrer Klientel ein. An der Martin-Luther-King-Schule etwa werden spezielle Angebot nur für Jungen gemacht. (Archivfoto : Bernd Schaller)

Bei Eltern und Lehrern herrscht Verwirrung. Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) fordert: Alle Kinder sollen gemeinsam unterrichtet werden, unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben, oder nicht. In drei Monaten tritt die Konvention in Kraft. Eine offizielle Regelung steht zwar noch aus, aber Thomas Breuer, Sprecher des Schulministeriums, sagt: "Wir führen bereits erste Gespräche. Wann und ob es jedoch zu einer Gesetzesänderung kommt, ist unklar."

In den Schulen aber macht man sich jetzt schon Gedanken zum Thema, denn die wenigsten sind personell oder baulich darauf ausgerichtet, behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zu unterrichten.

Kooperation zwischen Schulen bleibt zunächst bestehen

Margret Rössler, Leiterin der Dieter-Forte-Gesamtschule und Sprecherin der Gesamtschuldirektoren in Düsseldorf ist eigentlich eine Befürworterin des integrativen Unterrichts, aber sie fühlt sich im Stich gelassen. "Wann und wie soll das stattfinden? In zehn Wochen beginnen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen." Niemand in den Kollegien wisse darüber Bescheid, ob er schon jetzt behinderte Kinder aufnehmen soll oder darf. Zudem könnten die Lehrer auf die Schnelle die Betreuung von Kindern mit Behinderung nicht leisten, an den Regelschulen verfüge kaum jemand über eine sonderpädagogische Ausbildung. Doch die Zeit dränge: Die Eltern müssten sich schließlich bald entscheiden, auf welche Schule sie ihr Kind geben.

Rössler meint: "Es ist schier grotesk, ein Kind mit Behinderung, das ja einen besonderen Förderbedarf hat, in ein hierarchisches System zu integrieren. Sie ist sicher: Auf kurz oder lang sollen die Förderschulen in Regelschulen integriert werden. "Dass beide Formen nebeneinander bestehen bleiben sollen, glaubt kein Mensch."

Die Unsicherheit reicht bis ins Schuldezernat, auch dort liegt bislang kein offizielles Schreiben zum integrativen Unterricht vor. Schuldezernent Burkhard Hintzsche will daher weiterhin an der bereits bestehenden Kooperation zwischen Regel- und Förderschulen festhalten. Zudem sollen Kompetenzzirkel eingerichtet werden, bei denen sich Vertreter aller Schulformen austauschen.

Die Stadt ist als Schulträger für bauliche Belange zuständig und sichert hier zu, alles Notwendige anzugehen. Allein drei Grundschulen sollen je Bezirk barrierefrei werden. Hintzsche sieht eher an anderer Stelle Probleme auf die Schulen zukommen. "Auf pädagogischer Ebene ist eine solche Integration nicht so einfach zu leisten. Da braucht man Personal und viel mehr Geld", sagt er. Die personelle Versorgung ist allerdings Landessache.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer