hitze Kreislaufprobleme, überhitzte Klassenräume und früher Feierabend: Düsseldorf schwitzte bei 35Grad.

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Rheinbahn-Fahrer Alfred Skubski und seine Kollegen durften in kurzen Hosen fahren, im Betriebsbahnhof Lierenfeld gab es kalte Getränke.

Rheinbahn-Fahrer Alfred Skubski und seine Kollegen durften in kurzen Hosen fahren, im Betriebsbahnhof Lierenfeld gab es kalte Getränke.

Stefan Arend

Rheinbahn-Fahrer Alfred Skubski und seine Kollegen durften in kurzen Hosen fahren, im Betriebsbahnhof Lierenfeld gab es kalte Getränke.

Düsseldorf. Um 15 Uhr hatte die Flugwetterwarte den Top-Wert parat: 34 Grad am Flughafen und mindestens ein Grad mehr in der Innenstadt. Die Hitze hatte Düsseldorf am Donnerstag vollständig im Griff. So richtig voll wollte es daher in der City auch nicht werden. Wer konnte, blieb zu Hause oder im klimatisierten Büro.

Die schwüle Hitze machte den Menschen zu schaffen. "Bei uns haben sich viele Patienten mit Kreislaufproblemen gemeldet", sagte Dr. Marion Heidkamp, Leiterin der Ambulanz des Sana-Krankenhauses Gerresheim. "Die Menschen trinken zu wenig." Das betreffe vor allem Senioren, bei denen sie regelrechte Austrocknungserscheinungen festgestellt habe.

Dabei brachte der heißeste Tag des Jahres keinen absoluten Rekord: "2003 ging es bis auf 38,5 Grad rauf", sagte Karl-Heinz Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst. "Aber damals war es schon lange warm, die Menschen waren an die Hitze gewöhnt. Jetzt kommen uns die Temperaturen extrem vor, weil sie so schlagartig kommen."

Im Lehrerzimmer waren es um 7.30 Uhr schon 28 Grad

Die Rheinbahn hatte vorsorglich alle Betriebshöfe mit Wasser und Eistee beliefern lassen, damit sich Mitarbeiter vor Ort sowie die Fahrer entsprechend bedienen konnten. Laut Rheinbahnsprecher Georg Schumacher durften angesichts der hohen Temperaturen Fahrer in kurzer Hose und Fahrerinnen in kurzem Rock zur Arbeit erscheinen. Am Schwitzen änderte das jedoch nichts, denn die 350 Straßenbahnen fahren ohne Klimaanlage (nur die Fahrer in den ganz neuen Zügen haben Kühlung), dafür mit Treibhaus-Klima.

Ähnliches befürchtete man in den Schulen. Als Manfred Heise, stellvertretender Leiter des Schloss-Gymnasiums, Donnerstag Früh auf das Thermometer im Lehrerzimmer schaute, zeigte es 28 Grad Celsius an - um 7.30 Uhr. "Unter unserem Flachdach ist es noch schlimmer, da zuckt man regelrecht zusammen, wenn man einen Klassenraum betritt", sagte Heise. Deshalb gab es an dem Benrather Gymnasium wie auch in vielen anderen Schulen ab 11.30 Uhr Hitzefrei. Für die Oberstufenschüler, die sonst von der Hitzefrei-Regelung ausgenommen sind, wurde die Sportstunde gestrichen.

"Wir hatten 48 Grad hier drin. Das ging nicht länger"

Marie-Jose Cornelishen, Köchin auf dem Carlsplatz

Der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnung war in Düsseldorf laut Deutschem Wetterdienst der 8. August 2003 - im so genannten Super-Sommer. Damals kletterte das Thermometer auf 38,5 Grad.

Immerhin hat 2009 das Vorjahr jetzt überholt: Spitzenwert 2008 waren 32 Grad. Zuletzt war es nur 2006 noch wärmer - da waren es bis 36,5 Grad.

"Es ist ja schön, dass Klassenzimmer viele Fenster haben", sagte Richard Schmitz, Leiter der Grundschule Südallee, "ohne Rollläden heizen sich die Räume jedoch stark auf."

Abkühlung suchten rund 13 000 Düsseldorfer in den Freibädern. "Unseren bisherigen Rekord hatten wir allerdings mit 17 000 Besuchern Anfang Juli", sagte Bäderchef Rüdiger Steinmetz. "Die ständige Gewitterdrohung stimmte einige offenbar unsicher." Doch bis auf ein paar Tropfen kam tagsüber nicht viel herunter. Es blieb heiß.

Hitzefrei gaben sich am Nachmittag die Mitarbeiter des Imbisses Josef Dauser auf dem Carlsplatz. "Wir hatten 48 Grad hier drin, das ging nicht länger", erklärte Köchin Marie-Jose Cornelishen den frühzeitigen Feierabend.

Am Freitag ist es mit den hohen Temperaturen jedoch schon wieder vorbei. Für die Nacht waren unwetterartige Gewitter angesagt. Es werden höchstens 22 Grad erwartet. Für die Gesundheit ist der Temperatursturz laut Marion Heidkamp eine gute Sache: "Die Abkühlung hilft dem Kreislauf auf die Sprünge."

© WhatsBroadcast

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