Zwischen Grünstraße und Graf-Adolf-Straße stehen viele Läden leer. Auch Passanten zieht es nicht an das Südende.

Zwischen Grünstraße und Graf-Adolf-Straße stehen viele Läden leer. Auch Passanten zieht es nicht an das Südende.
Nahe der Bahnstraße stehen gleich mehrere Läden leer. In den früheren Geschäftsräumen des Küchenstudios soll nun ein Kaffeehaus entstehen.

Nahe der Bahnstraße stehen gleich mehrere Läden leer. In den früheren Geschäftsräumen des Küchenstudios soll nun ein Kaffeehaus entstehen.

Zanin

Nahe der Bahnstraße stehen gleich mehrere Läden leer. In den früheren Geschäftsräumen des Küchenstudios soll nun ein Kaffeehaus entstehen.

Düsseldorf. Wer die Königsallee von der Theodor-Körner-Straße bis hinunter zur Graf-Adolf-Straße entlangschlendert, dem fällt unweigerlich etwas auf. Am Südende der Kö, vor allem auf dem Abschnitt zwischen Grünstraße und Graf-Adolf-Straße, ist viel weniger los. Während sich bei H&M in den Schadowarkaden Schlangen an der Kasse bilden, geht es in der Filiale an der Königsallee gemütlich zu. Aber nicht nur das fällt auf. Gleich mehrere Ladenlokale stehen leer: Neben dem neu angesiedelten Outdoor-Ausstatter Globetrotter ist die Modekette American Apparel ausgezogen, zwei Läden weiter steht das frühere Geschäft von Villeroy & Boch immer noch leer. Auch nahe der Graf-Adolf-Straße weist ein Schild im leeren Schaufester darauf hin, dass neue Mieter gesucht werden.

Zu wenig Gastronomie, zu wenig spezialisierte Läden

Auch in der Marktanalyse der Immobilienexperten Jones Lang Lasalle kommt das Südende der Königsallee nicht gut weg: „Auf diesem Teil der Königsallee sind deutlich weniger Passanten unterwegs als auf dem nördlichen Abschnitt“, sagt Niederlassungsleiter Marcel Abel. Und das sei auch der Grund für den Leerstand. „Wenn potenzielle Mieter samstagmittags vor den Läden stehen und den Bürgersteig für sich allein haben, dann werden sie sich gut überlegen, ob sie sich dort ansiedeln wollen“, sagt Abel. Das Südende der Königsallee habe weniger Anziehungspunkte als der Rest der Kö. „Richtung Norden gibt es eine höhere Dichte an attraktiven Läden, mehr Gastronomie, mehr Erlebnis beim Shoppen“, so Abel.

Peter Wienen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Königsallee, ist indes zuversichtlich, dass der Abschnitt einen Wandel erlebt. „Es tut sich einiges“, deutet er an. An der Ecke Bahnstraße wird laut Wienen derzeit alles für die Eröffnung eines Kaffeehauses samt Außenterrasse vorbereitet. Auch die Ansiedlung von Globetrotter auf 1000 Quadratmetern Fläche verbucht die IG Kö als einen Gewinn. „Es kommt auf einen guten Branchenmix an“, betont er. Und der komme durch Geschäfte wie Globetrotter, aber auch H&M und Einrichtungsläden wie Zara Home durchaus auch am südlichen Ende der Kö zustande. Dennoch, so glaubt Wienen, müsse das Konzept weiterverfolgt werden, auf der Königsallee vor allem exklusive Produkte anzubieten. „Exklusiver bedeutet nicht höherpreisig“, sagt er. „Ich würde mir mehr exklusive Einrichtungsläden am Südende der Kö wünschen“, sagt er. Läden wie Cucina am Carlsplatz beispielsweise. Mit dem Einrichtungshaus Rivièra Maison an der Kö und Manufactum an der Steinstraße habe man diesen Weg bereits eingeschlagen. Auch Immobilienexperte Marcel Abel glaubt, dass sich das Südende auf das Segment luxuriöse Möbel und ausgefallene Wohnaccessoires spezialisieren sollte. „Darin sehe ich eine echte Chance.“

Die IG Kö mit Peter Wienen an der Spitze glaubt außerdem fest daran, dass die Königsallee von Veränderung an der Berliner Allee profitieren wird: „Die Passantenfrequenz wird zunehmen, sobald der Umbau des Kaufhofs abgeschlossen ist und Zurheide eröffnet.“

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