Für viele Düsseldorfer ist das Verbot auf dem Burgplatz überfällig. Sie hoffen, dass Silvester dadurch sicherer wird.

Am 01.01.2016 Silvester feierlichkeiten am Burgplatz in Düsseldorf . Foto: David Young.
Damit in diesem Jahr alles friedlich bleibt auf dem Burgplatz, hat die Stadt ein Böllerverbot verhängt. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder mit Feuerwerkskörpern auf Menschen geschossen.

Damit in diesem Jahr alles friedlich bleibt auf dem Burgplatz, hat die Stadt ein Böllerverbot verhängt. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder mit Feuerwerkskörpern auf Menschen geschossen.

David Young

Damit in diesem Jahr alles friedlich bleibt auf dem Burgplatz, hat die Stadt ein Böllerverbot verhängt. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder mit Feuerwerkskörpern auf Menschen geschossen.

Düsseldorf. Nur noch wenige Tage trennen die Düsseldorfer vom neuen Jahr. Die Vorfreude auf einen schönen Jahreswechsel ist groß – trotz oder gerade wegen des Böllerverbots in der Altstadt und auf dem Burgplatz. Mit dieser Verbotszone für Pyrotechnik möchte die Stadt das „allgemeine Sicherheitsgefühl der Menschen erhöhen“. Geplant ist außerdem ein „Security Point“ als Anlaufstelle am Burgplatz. Der Platz direkt am Rheinufer wird besser ausgeleuchtet.

Das Verbot ist eine Folge von Zwischenfällen in den vergangenen Jahren, bei denen Böller geworfen und Raketen wiederholt in die Menschenmenge geschossen wurden. Ziel des Verbots ist es, die Zahl der Verletzungen und Gefährdungen von Menschen durch diesen Missbrauch von Feuerwerkskörpern zu reduzieren. „Ich hoffe, dass es dieses Mal dank des Verbots übersichtlicher und damit auch sicherer wird“, sagt Monika West. Und mit dieser Meinung ist die junge Düsseldorferin nicht alleine. „Ich habe schon vor 20 Jahren im Weißen Bären Silvester gefeiert. Und schon damals war es einfach nur schrecklich in der Altstadt. Es waren bürgerkriegsähnliche Zustände“, sagt Cornelia Jahn (51), die mittlerweile in Meerbusch wohnt. „Ein Verbot war längst überfällig.“

Manche bevorzugen die andere Rheinseite: „Da ist es ruhiger“

Auch Julien Fienhold (26) befürwortet die Entscheidung der Stadt, ein Verbot auszusprechen und mit verstärktem Polizeiaufgebot dafür zu sorgen, dass sich auch alle daran halten. „Ich habe zuletzt 2010 Silvester in der Altstadt gefeiert und fand es recht unangenehm“, sagt er. „Es war total unübersichtlich und eng. Wenn dann auch noch Betrunkene überall Böller zünden, ist das zu gefährlich. In Zeiten des Terrors glaube ich auch, dass die Knallerei Panik auslösen kann.“ Dieses Jahr werde er trotz Verbot privat im Freundeskreis feiern. „Ich werde mir erst einmal anschauen, ob der Plan der Stadt so aufgeht.“

Ähnlich sehen es der 25-jährige Stephan Voncken, der erst vor kurzem nach Düsseldorf gezogen ist, und sein Kollege Robin Hoheisel (22). „Silvester in der Altstadt war bisher immer eine schlechte Idee“, sagt Robin Hoheisel. Seinem neu zugezogenen Kumpel habe er daher auch davon abgeraten, dort den Jahresübergang zu feiern. „Wir halten uns lieber am Rhein auf. Da ist mehr Platz, um auszuweichen.“

Auf der anderen Seite des Rheins, in Oberkassel, schauen sich jedes Jahr Willi Heck und seine Frau Maria das Feuerwerk an. „Da fliegen einem die Sachen nicht um die Ohren“, sagt der 70-Jährige. Er ist für ein Böllerverbot in der Altstadt. „Ich finde es schrecklich, wie rücksichtslos und ignorant die Menschen geworden sind. Schießen einfach die Böller gegen andere Leute“, sagt Willi Heck. „Früher hat man noch aufeinander geachtet. Da brauchten wir kein Verbot. Heute geht es nicht mehr ohne.“

Christiane Sessler ist da anderer Meinung. „Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite sehe ich auch, dass der Missbrauch zugenommen hat und es eine Verletzungsgefahr gibt. Auf der anderen Seite ist es auch Tradition, Feuerwerk gehört einfach dazu“, sagt die 31-Jährige. „Ich finde ohnehin, dass ein Verbot immer dazu führt, dass es interessanter wird, es zu umgehen. Es ist gut möglich, dass sich das Problem nur verlagert.“

Das sieht auch Miriam Wolter so: „Es bleibt abzuwarten, ob es nicht an anderen Stellen der Stadt, die weniger überwacht sind, zu Ausschreitungen kommt.“ Sie selbst fühlt sich in der Altstadt nicht sicher. „Als Frau fühlt man sich schnell belästigt. Nicht nur an Silvester, sondern bei allen Ereignissen, bei denen viele Menschen zusammenkommen.“

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