In der St. Andreaskirche bieten die Dominikaner einen Service der besonderen Art.

In der St. Andreaskirche bieten die Dominikaner einen Service der besonderen Art.
„Ashes to go“ in der Sankt-Andreas-Kirche: Greta Niemann (20) bekommt ihr Aschenkreuz von Pater Thomas Möller auf die Stirn gestrichen.

„Ashes to go“ in der Sankt-Andreas-Kirche: Greta Niemann (20) bekommt ihr Aschenkreuz von Pater Thomas Möller auf die Stirn gestrichen.

Melanie Zanin

„Ashes to go“ in der Sankt-Andreas-Kirche: Greta Niemann (20) bekommt ihr Aschenkreuz von Pater Thomas Möller auf die Stirn gestrichen.

Der Alltag in den Großstädten wird immer hektischer und selbst viele Menschen, die aktiv ihren Glauben praktizieren, haben berufsbedingt kaum Zeit für Gottesdienste und Messen. Aus diesem Grund hat sich der Dominikaner-Orden in der St. Andreaskirche einen Trend zunutze gemacht, den man bereits in vielen englischsprachigen Ländern wie Kanada und Australien beobachten kann: „Ashes to Go“ – das Aschekreuz zum Mitnehmen. Dabei konnten die etwa 50 Gläubigen am gestrigen Aschermittwoch ihr Aschekreuz anstatt beim morgendlichen Gottesdienst, am Nachmittag ab 15 Uhr empfangen. Pater Thomas Möller erklärte seiner Gemeinde, was es mit dem Aschekreuz als Symbol auf sich hat: „Der Mensch soll sich damit darüber im Klaren sein, dass er Staub ist und wieder zum Staub zurückkehrt.“

Der Brauch des Aschenkreuzes ist alt, die Verteilung neu

nr Brauch des Aschekreuzes ist viele Jahrhunderte alt und wird immer zum Beginn der Fastenzeit begangen. Pater Thomas Müller stieß im Internet auf diese moderne Version der Austeilung des Aschekreuzes: „Wir bieten unserer Gemeinde das Aschekreuz statt beim morgendlichen Gottesdienst am Nachmittag an. Damit auch berufstätige Menschen im täglichen Stress der Moderne einen kurzen Moment haben, um zur Ruhe zu kommen, um über das Aschenkreuz zu meditieren und um es anschließend zu empfangen.“ Für Christen sei das Kreuz nicht nur ein Symbol für den Tod Jesu, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung und seiner Wiederauferstehung. Greta Niemann (20) war eine derjenigen, die berufsbedingt nicht am morgendlichen Gottesdienst teilnehmen konnten. Deshalb kam ihr „Ashes to Go“ sehr gelegen: „Es ist eine willkommene Alternative zu den langen Messen am Morgen.“ Auf die Frage, was das Aschekreuz für sie bedeutet antwortet sie: „Es ist für mich ein Symbol für meine Verbundenheit zum christlichen Glauben und markiert den Beginn der Fastenzeit.“

Der 27-jährige Student Alexander Meyer war am Morgen noch an der Universität und entschloss sich spontan nach den Vorlesungen, die St. Andreaskirche in der Altstadt zu besuchen. „Ich wusste von „Ashes to Go“ nichts und bin davon positiv überrascht. Die Idee gefällt mir gut, insbesondere im Zusammenhang mit der St. Andreaskirche. Sie liegt mitten in der Altstadt. Damit ist man quasi nur einen Sprung vom Großstadtgetümmel entfernt und trotzdem an einem ruhigen und besinnlichen Ort. Das Empfangen des Kreuzes am heutigen Aschermittwoch soll uns Christen in unserem Glauben bestärken.“

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