Berufsberater warben am Donnerstag beim Tag des Ausbildungsplatzes um neue Lehrstellen.

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Sterne-Koch Jean-Claude Bourgueil (re.) ließ die Azubis im Schiffchen eine Suppe probieren.

Sterne-Koch Jean-Claude Bourgueil (re.) ließ die Azubis im Schiffchen eine Suppe probieren.

Jürgen Dehniger

Sterne-Koch Jean-Claude Bourgueil (re.) ließ die Azubis im Schiffchen eine Suppe probieren.

Düsseldorf. Friseurin war seit jeher Michaela Urlaubs Traumberuf. Als sie 2008 ihren Hauptschulabschluss in der Tasche hatte, schickte sie eine Bewerbung nach der anderen los - vergebens. "Ich bekam nur Absagen, es war frustrierend", erzählt die 17-Jährige.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Arbeitsagentur und anderen Einrichtungen halfen der jungen Frau aus dem Teufelskreis. Bis heute lernt sie in dem Programm, mit Kunden umzugehen oder Haare zu färben. "Im Juli bin ich fertig, wahrscheinlich kann ich dann direkt eine Lehre anfangen", freut sich die Düsseldorferin.

In diesem Jahr gibt es noch 2.600 offene Lehrplätze

Johannes Grundmann hatte einen glücklicheren Start ins Berufsleben. Nach seinem Abitur 2007 bewarb er sich als Kochlehrling, seit knapp zwei Jahren steht er nun im Düsseldorfer Nobel-Restaurant "Im Schiffchen" von Sterne-Koch Jean Claude Bourgueil hinterm Herd. "Ich würde die Lehre immer wieder wählen", sagt der 22-Jährige.

Mit dieser Meinung steht Grundmann nicht alleine da. Immer mehr junge Menschen wollen es TV-Köchen wie Tim Mälzer oder Horst Lichter nachmachen und das Handwerks eines Küchenmeisters erlernen.

"Die vielen Kochsendungen im Fernsehen bringen sie offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack", meint Ingo Zielonkowsky, operativer Geschäftsführer bei der Agentur für Arbeit.

Beim bundesweiten Tag des Ausbildungsplatzes besuchten die Agentur-Mitarbeiter am Donnerstag die Lehrlinge zahlreicher Unternehmen und ihre Schützlinge in der Berufsvorbereitung. Bei den Betrieben - unter anderem im "Schiffchen - bedankten sie sich außerdem für Ausbildungsangebote und warben um weitere Plätze.

Denn von rund 4.700 Lehrstellen, die für den Herbst dieses Jahres in Düsseldorf und im Kreis Mettmann gemeldet sind, seien noch 2.600 unbesetzt. "Im Grunde ist das ein gutes Ergebnis, wir liegen damit in NRW vorne. Landesweit gibt es für 100 Bewerber durchschnittlich 70 Stellen, in Düsseldorf fast doppelt so viele", erklärt Zielonkowsky.

Dennoch sei es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig, die Firmen zu motivieren, weiter auszubilden. "Sie investieren damit schließlich in ihre Zukunft, holen sich qualifizierten Nachwuchs ins Haus", so Zielonkowsky.

Die beliebtesten Lehrberufe bei jungen Menschen seien nach wie vor kaufmännische. Weniger nachgefragt sei der Job eines Systemgastronomen. "Da denken viele an den Burger-Verkauf im Schnellrestaurant. Doch dazu gehören auch logistische Tätigkeiten", erläutert Zielonkowsky.

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