Die Direktoren von sechs Düsseldorfer Privattheatern diskutierten bei der WZ über die Bedeutung des Boulevards, städtische Zuschüsse und Kontaktschwierigkeiten mit dem Kulturdezernenten.

Theater Gipfel
Am Theatergipfel bei der WZ nahmen teil (v.l.): Stefan Jürging (Savoy), Kay Lorentz (Kom(m)ödchen), Philipp Kohlen-Priebe (Theater Flin), Anton und Titi S. Bachleitner (Marionettentheater), Helmuth Fuschl und Paul Haizmann (Komödie), René Heinersdorff (Theater an der Kö).

Am Theatergipfel bei der WZ nahmen teil (v.l.): Stefan Jürging (Savoy), Kay Lorentz (Kom(m)ödchen), Philipp Kohlen-Priebe (Theater Flin), Anton und Titi S. Bachleitner (Marionettentheater), Helmuth Fuschl und Paul Haizmann (Komödie), René Heinersdorff (Theater an der Kö).

Die Eigenproduktion „Faust“ war im Theater Flingern ein Publikumsrenner.

„Couch“ war das erfolgreichste Stück, sagt Kom(m)ödchenchef Lorentz.

Auch Christine Kaufmann trat in „Herbstgold“ im Theater an der Kö auf.

Esther Ofarim sang im Savoy vor ausverkauftem Haus.

Der „Wunschpunsch“ ist Marionettentheater auch für Erwachsene.

Johanna von Koczian spielte in „Oskar“ in der Komödie. Archiv

Theater Gipfel

Schaller, Bernd (bes), Bild 1 von 8

Am Theatergipfel bei der WZ nahmen teil (v.l.): Stefan Jürging (Savoy), Kay Lorentz (Kom(m)ödchen), Philipp Kohlen-Priebe (Theater Flin), Anton und Titi S. Bachleitner (Marionettentheater), Helmuth Fuschl und Paul Haizmann (Komödie), René Heinersdorff (Theater an der Kö).

Düsseldorf. Das Ruhrgebiet diskutiert über Museumsschließungen, Wuppertal will sein Theater dicht machen: Die Kulturschaffenden müssen sich auf härtere Zeiten einstellen – auch die in den öffentlich subventionierten Häusern. Für Spielstätten wie die Komödie, das Theater an der Kö oder das Kom(m)ödchen ist eine wirtschaftliche Haushaltung Standard. Die Theater laufen rein privatwirtschaftlich und kommen bis auf Ausnahmen ohne städtische Zuschüsse aus. Beim Theatergipfel der WZ wurde die Verteilung der Gelder durch Politik und Kulturdezernat scharf kritisiert. Die Stadt Düsseldorf, die mit einem Kulturetat von 114 Millionen Euro vergleichsweise sehr gut ausgestattet dasteht, ignoriere die freie Szene, meinen deren Protagonisten.

An der Diskussion nahmen teil: René Heinersdorff (Theater an der Kö), Kay Lorentz (Kom(m)ödchen), Helmuth Fuschl und Paul Haizmann (Komödie), Philipp Kohlen-Priebe (Theater Flingern), Stefan Jürging (Savoy Theater und Geschäftsführer der Düsseldorfer Volksbühne), Anton Bachleitner (Marionettentheater). Sie legten dar, was sie stört, und wie sie sich eine funktionierende Zusammenarbeit vorstellen.

Meine Herren, Sie arbeiten in einer Stadt mit einem großen Kulturangebot. Inwieweit profitieren Sie von diesem Reichtum?

Stefan Jürging: Ich glaube, dass Düsseldorf eine gute Grundlage für das Kulturleben bietet. Düsseldorf hat einen guten Einzugsbereich und eine gute Wirtschaftskraft. Bevor wir in Recklinghausen oder Herne Theater machen, dann doch lieber in Düsseldorf.

Philipp Kohlen-Priebe: Die Düsseldorfer sind offen. Kultur ist ein Bestandteil dieser Stadt.

René Heinersdorff: Ein gutes Zeugnis für diese Offenheit ist auch: In anderen Städten bleiben schlecht besuchte Tage schlecht besucht. In Düsseldorf ist das anders: Da merkt man montags, der Donnerstag läuft nicht gut, und dann ist die Vorstellung am Tag selbst doch ausverkauft. Die Düsseldorfer sind spontaner, das ist einmalig in der Republik. Das hat sicher auch mit der Wirtschaftskraft Düsseldorfs zu tun, da würde ich Stefan Jürging Recht geben – dennoch: Die Wirtschaftskrise haben wir massiv gemerkt.

„Die Premieren im Schauspielhaus begeistern kein breites Publikum. Das sind Fachtagungen für Dramaturgen und Regisseure.“

René Heinersdorff, Theater an der Kö

Bleiben denn mehr Plätze frei?

Anton Bachleitner: Also, wir merken weder den Aufschwung noch die Krise. Aber: Früher war egal, an welchem Tag wir gespielt haben, es war immer knallevoll. Heute konzentriert sich alles auf das Wochenende, am Samstag könnten wir zehn Mal spielen.