Chauffeur, dunkles Auto: Edle Fahrdienste boomen. Jetzt will auch Rhein-Taxi in den Markt einsteigen.

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In Düsseldorf, wie hier vor Schloss Garath, werden Chauffeur-Dienste stark genutzt.

In Düsseldorf, wie hier vor Schloss Garath, werden Chauffeur-Dienste stark genutzt.

dpa

In Düsseldorf, wie hier vor Schloss Garath, werden Chauffeur-Dienste stark genutzt.

Düsseldorf. Lässig lehnt der Mann im schwarzen Anzug am Heck des Wagens. Die Schuhe sind blitzblank geputzt, feinstes italienisches Leder. Dann kommt eine Frau im Kostüm aus dem Hotel, der Mann öffnet ihr den Schlag und sie verschwindet wortlos in der schwarzen Limousine.

Kein ungewöhnliches Bild mehr in Düsseldorf, der teuersten Taxi-Stadt Deutschlands, wo der Markt für private Chauffeur-Dienste boomt und für immer mehr Unternehmen der Branche interessant wird.

So auch für Hans Becker, Geschäftsführer von Rhein-Taxi, der zum Jahresende mit einem exklusiven, aber vergleichbar günstigen Chauffeur-Dienst mit schwarzen Limousinen in das Rennen einsteigen will.

Das neue Angebot passt laut Becker ins Konzept von Rhein-Taxi, das seit Jahren auf guten Kundenservice setzt: Koffer rein tragen, Tür öffnen oder Kunden mit Namen ansprechen.

„Das Konzept steht noch nicht ganz, aber es soll sich zunächst nur um eine kleine Flotte von vier bis fünf modern ausgestatteten, schwarz lackierten Mercedes der E-Klasse handeln, mit einigen Voraussetzungen für die Fahrer“, sagt Becker. Dazu zähle etwa Erfahrung als Taxifahrer, eine Extra-Schulung, guter Umgangston und Englisch-Kenntnisse.

Hotels bestätigen den Chauffeur-Boom in Düsseldorf

Ein wirtschaftlich gelungener Schachzug der kleinen GmbH, der 130 Wagen angeschlossen sind? Die Nachfrage nach exklusiver Beförderung in Düsseldorf ist groß – das bestätigen die Edel-Hotels.

„Wenn viele arabische Gäste da sind, fahren die Wagen fast im Minutentakt vor“, sagt etwa Malte Masuth vom Breidenbacher Hof. Ähnlich im Steigenberger: „Wir erkennen da schon einen Trend. Die Bestellung des Chauffeurs samt Wunsch-Auto, von Maybach bis Ferrari, kommt meist mit der Buchung“, sagt Hoteldirektor Michael Kain.

Beckers Pläne fachen den Preiskampf an, denn sein Angebot soll günstiger sein: „160 Euro könnte die Stunde etwa kosten, 16,50 Euro für die nächsten vier bis fünf Kilometer“, schätzt er. „Dafür soll es mehr Freistrecke und keinen Wegstreckenzähler geben.“ Eine Anmeldung sei nicht nötig. „Ähnlich wie beim klassischen Taxi kann sich der Kunde, der stilvoll befördert werden möchte, den Wagen kurzfristig vor die Haustür bestellen“, so Becker.

Andere Anbieter, bei denen der Service mit einem vergleichbaren Wagen rund 180 bis 300 Euro für zwei Stunden Mindestnutzung kostet und die Mehrstunde 80 Euro, sehen Rhein-Taxi vorerst nicht als Konkurrenz. „Ich glaube nicht, dass ein ehemaliger Taxi-Fahrer die nötige Eleganz mitbringt“, sagt etwa Merwin Dokso von „Deluxe National Transfer“.

„Unsere Umsätze sind schon etwas eingebrochen“

„Meine Chauffeure tragen maßgeschneiderte Anzüge und kennen sich mit der Kundschaft aus.“ Er verstehe nicht, „warum immer mehr Firmen Chauffeur-Dienste zu Dumping-Preisen anbieten. Das ist geschäftsschädigend. Unsere Umsätze sind schon etwas eingebrochen.“

Tatsächlich ist Rhein-Taxi nicht das erste Unternehmen, das auf den Markt für exklusive Beförderung will. Ein Beispiel ist etwa der Autovermieter „Sixt“, wo auch Studenten die Wagen fahren. Eine Stunde gibt es dort ab 83 Euro.

Ähnlich sieht das Franz Helmut Heller vom gleichnamigen Fahrdienst. „Ich denke, dass ist nur ein Trend, der geht vorbei. Unseren exklusiven Service mit zuvorkommenden Fahrern, mit denen man sich auch sehr interessant unterhalten kann, findet man nicht woanders“, sagt er.

Bei der Taxi-Genossenschaft demonstriert man Gelassenheit. „Das ist eine Entscheidung des Geschäftsführers und man sollte abwarten“, sagt Chef Dennis Klusmeier. „Eventuell könnte es Probleme mit einigen Unternehmern bei Rhein-Taxi geben, denen damit vielleicht ein kleiner Teil der Kundschaft weggenommen wird.“

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