5500 Menschen wollten ein Zeichen gegen „Dügida“ setzen. Warum?

Bereits vergangenen Montag sahen sich die Pegida-Demonstranten einer um ein Vielfaches größeren Gegendemonstration gegenüber.
Bereits vergangenen Montag sahen sich die Pegida-Demonstranten einer um ein Vielfaches größeren Gegendemonstration gegenüber.

Bereits vergangenen Montag sahen sich die Pegida-Demonstranten einer um ein Vielfaches größeren Gegendemonstration gegenüber.

David Young

Bereits vergangenen Montag sahen sich die Pegida-Demonstranten einer um ein Vielfaches größeren Gegendemonstration gegenüber.

Düsseldorf. Es ist kalt und windig und dennoch stehen dicht gedrängt insgesamt 5500 Menschen auf der Friedrich-Ebert-Straße. Sie demonstrieren gegen eine Bewegung, die gestern in Düsseldorf gerade 150 Menschen mobilisieren konnte, die „Dügida“.

Doch auch 150 sind den Gegendemonstranten zu viel. „In dem Moment, wo es Sympathien für Rechtsextreme gibt, muss man sich offen dagegen stellen“, sagt Christoph Hill (51). Der Grafiker hat sich ein Schild umgehängt, auf dem steht: „Wir sind Charlie. Wir sind nicht Pegida“. Das Attentat auf die Mitarbeiter der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ war für den Düsseldorfer ein Anstoß. „Da hab ich entschieden, dass ich heute Flagge zeigen muss.“

Demonstranten kommen aus allen Gesellschaftsschichten

Die Gegendemonstranten sind ein Querschnitt aller Gesellschaftsschichten: Familien mit Kinderwagen, Mitglieder der demokratischen Parteien mit schwenkenden Fahnen, neugierige Teenager, die Döner essen, Fortuna-Fans in rot-weißem Schal, Studenten, die mit Smart-Phones die Menge fotografieren und Ü-60-Jährige, die sich an Demos in den 80ern erinnern. Viele haben selbstgemalte Plakate mitgebracht. „Toleranz statt Angst“ oder „Düsseldorf gegen Dummheit“ ist zu lesen.

„Wir sind gegen Fremdenhass“, sagt Titus Liebenberg (8), der mit Mutter und Schwester am Straßenrand steht. „Ich möchte, dass meine Kinder sehen, was Demokratie bedeutet“, sagt Melanie Liebenberg (48). „Nämlich offen seine Meinung zu sagen.“ Das tut auch Philine Ringes, die ihre ganze Familie mobilisiert hat. „Wenn mich was aufregt, gehe ich demonstrieren“, sagt die 28-Jährige. Die „Dügida“ regt sie sehr auf. „Dieses Weltbild passt nicht in unsere Zeit.“ Dass Oberbürgermeister Thomas Geisel sich so vehement gegen die Bewegung ausspricht, findet die Düsseldorferin gut. „Wenn jemand öffentlich Stellung bezieht in der Stadt, dann muss das der Oberbürgermeister sein.“

Der Meinung sind an dem Abend viele. Als der OB die Bühne vor dem DGB-Haus betritt, bekommt er tosenden Applaus. Dort wird die Menschenmenge dichter, die Geisel lautstark begrüßt: „Wir sind Düsseldorf, wir sind NRW.“

 

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