Düsseldorf. Am Donnerstagabend teilt die Rheinbahn mit, dass die Störung an den meisten Fahrzeugen behoben worden ist. Die Bahnen würden alle wieder nach Fahrplan fahren. Nur an einigen Bussen müsse der Fehler noch behoben werden. Chaos im Berufsverkehr: Rheinbahn-Kunden müssen am Donnerstag viel Geduld mitbringen. An mehr als 500 Bussen und Bahnen sind die Beschilderungen ausgefallen, an Haltestellen und U-Bahnhöfen funktionieren die Anzeigetafeln nicht. Grund ist ein Systemabsturz bei rund 80 Prozent der Bordcomputer. „Das heißt, die Busse und Bahnen wissen nicht mehr, wer sie sind“, sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

Das heißt: Informationen im Bordcomputer über das Fahrzeug und seine Route sind verschwunden. „Bevor ein Fahrer beispielsweise in den Tunnel fährt, muss er sich bei der Leitstelle melden und Bescheid geben, welche Bahn er gerade steuert. Der Techniker legt dann die Weichen für ihn um“, so Schumacher. In der Nacht hatte die Rheinbahn ein Software-Update aufspielen wollen. Zum Zusammenbruch des Systems kam es offenbar, weil Dateigrößen nicht passten. „Das konnte niemand absehen. Wir sind die ersten, die ein neues Betriebsleitsystem eingeführt haben und können uns daher bei niemandem abschauen, wie es geht“, sagt Schumacher.

Am Donnerstagnachmittag teilt die Rheinbahn mit, dass am Freitagmorgen das System  wieder wie gewohnt laufen könnte. Fahrgäste müssten weiterhin mehr Zeit einplanen.

Verspätungen weil Fahrer Weichen umlegen müssen

Bei Facebook informiert die Rheinbahn seit den Morgenstunden über die Auswirkungen des Ausfalls. Fahrgäste sollten auf Durchsagen an den Haltestellen achten. Es könne vermehrt zu Verspätungen kommen, "da die Fahrer zum Beispiel Weichen selbst legen müssen und ihre Signale händisch anfordern müssen", so die Rheinbahn.

Das neue Betriebsleitsystem, das das alte aus den 1980er Jahren ersetzt, soll den Kunden noch exaktere Informationen für die Reise mit der Bahn oder dem Bus liefern. Die Auswirkungen des Systemabsturzes werden Rheinbahn-Kunden noch den ganzen Tag zu spüren bekommen. Denn erst in der Nacht zu Freitag, ab Mitternacht bis etwa 4 Uhr morgens, werden die Techniker in die Betriebshöfe ausschwärmen und jeden einzelnen Bordcomputer der betroffenen Bahnen und Busse neu starten. Die Rheinbahn hofft, ab 4 Uhr morgens dann wieder ohne Störungen in den Berufsverkehr starten zu können. „Wir bitten bis dahin um Verständnis und Geduld“, sagt Georg Schumacher.

 

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