Nach Vorfällen am Flughafen erklärt Dienststellenleiter Training mit der Dienstwaffe.

Düsseldorf. Nach zwei Unfällen mit Schusswaffen innerhalb einer Woche wehrt sich die Bundespolizei gegen den Eindruck, es könnte Mängel bei der Sicherheit geben. „In der Tat gab es eine Häufung“, sagt Michael Schuol, Leiter der Inspektion am Flughafen. Es habe sich aber in beiden Fällen um „grobe individuelle Fehler“ gehandelt, zuvor habe es jahrelang keinerlei Vorfälle gegeben.

Der Polizist, der sich am Samstag ins Bein geschossen hatte, ist auf dem Weg der Besserung, sagt Schuol. Er werde in etwa einer Woche aus der Klinik entlassen und nach seiner Genesung wieder dienstfähig sein. Allerdings läuft gegen ihn ein Disziplinarverfahren, das in einer deftigen Geldbuße enden könnte.

Der Umgang mit der Schusswaffe war für den 34-jährigen Beamten eigentlich Routine. Schon in der Ausbildung absolvieren die Kommissaranwärter und angehenden Polizeimeister der Bundespolizei wöchentliche Schießtrainings, auch später üben sie jeden Monat die Handhabung der Waffen. „Wir trainieren bis zum Automatismus“, sagt Schuol.

Maschinengewehre lagern im Fundus, Pistolen im Schließfach

Dazu gehöre auch das Entladen einer Waffe. Bei diesem Vorgang hatte sich am vorvergangenen Wochenende ein Schuss aus einem Maschinengewehr gelöst, die Kugel war in die Wand eines Dienstraums eingedrungen. Die Maschinengewehre lagern im Fundus der Bundespolizei und müssen vor jeder Übergabe an einen Kollegen entladen werden – über einer Sandkiste, die einen eventuell losgehenden Schuss abfangen soll. „Das wird jeden Tag sehr oft gemacht“, sagt Schuol. Auch in diesem Fall war ein persönlicher Fehler des Polizisten Ursache für die Schussabgabe.

Im Gegensatz zu den Maschinengewehren liegt die Dienstpistole jedes Beamten in einem eigenen Waffenfach. Aber auch sie müssen zuvor entladen werden. Nur in Ausnahmefällen kann die Leitung einer Dienststelle dem Polizisten genehmigen, die Dienstwaffe mit nach Hause zu nehmen. Anders als beim Maschinengewehr müssen die Pistolen nicht entsichert werden, damit geschossen werden kann. Auch dies ist ein Grund, warum das Tragen der Waffe intensiv trainiert wird, so Schuol.

Bei der Landespolizei stehen während der Ausbildung bereits 151 Stunden Schießtraining auf dem Plan. Im Anschluss muss der Beamte jährlich mindestens sechs Stunden schießen und eine Prüfung in Handhabung und Treffsicherheit ablegen.

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