Von Bilk bis Grafenberg merken Experten, dass die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien entlang der neuen U-Bahn anzieht.

Marcel Abel ist Immobilien-Experte bei Jones Lang LaSalle.

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Düsseldorf. Schon bald feiert die Wehrhahn-Linie Einjähriges: Am 20. Februar 2016 ging die neue Düsseldorfer U-Bahn in Betrieb. Nach acht Jahren Bauzeit und einer Investition von rund 850 Millionen Euro. Viel zu teuer sei das gewesen, meinen Kritiker. Die U-Bahn sei eine gut angelegte Investition, sagen hingegen Immobilien-Experten. Etwa Marcel Abel von Jones Lang LaSalle. Er meint: „Die Wehrhahn-Linie wirkt.“ Bisher hätten sich viele Unternehmen auf den Central Business District (CBD) konzentriert, also die Bereiche rund um Königsallee und Kasernenstraße. „Die Erfahrungen der ersten zehn Monate mit der Wehrhahn-Linie zeigen, dass die Bezirke um die Toulouser Allee, Grafenberg und südlich der Graf-Adolf-Straße deutlich an den CBD herangerückt sind, weil sie problemlos binnen weniger Minuten per U-Bahn erreichbar sind.“

Als Beispiel nennt Abel die Neuansiedlung der Douglas-Zentrale an der Hans-Günther-Sohl-Straße in Grafenberg. „Die hätten auch zum Seestern gehen können.“ Der Düsseldorfer Niederlassungsleiter prophezeit auch einen Aufschwung der Gegend am Wehrhahn und rund um den Bilker Bahnhof: „Dort werden sich regelrechte Kieze entwickeln, die Nahversorgung, der Einzelhandel – da wird sich noch viel tun.“ Solche Impulse kann der Büromarkt durchaus gut gebrauchen, auch wenn sich die Düsseldorfer Immobiliendienstleister im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Jahresergebnis 2016 zeigen. Von einstigen Rekordwerten ist man freilich weit entfernt.

Die Zahlen von Jones Lang LaSalle sehen auf dem Düsseldorfer Büromarkt (dazu zählen auch Neuss, Ratingen, Hilden, Erkrath) 2016 einen Flächenumsatz von rund 380 000 Quadratmeter. Der Wert liegt zwar deutlich niedriger als im Vorjahr (473 000 Quadratmeter), aber nur knapp unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt (388 500). Hauptgrund für den schwächeren Wert: „Großvermietungen mit Flächen über 10 000 Quadratmetern sind fast vollständig ausgeblieben. Allein der neue Standort der Unfallkasse NRW an der Moskauer Straße in Oberbilk mit 14 000 Quadratmetern habe in dieser Liga gespielt. Dafür gebe es Zuwächse bei Flächen zwischen 1000 und 5000 Quadratmetern. Einen regelrechten Mangel gebe es bei Flächen 20 000 Quadratmetern oder mehr: „Aktuell sind nur zwei solcher Flächen verfügbar.“

Die Leerstandsquote sank auf 8,1 Prozent (Vorjahr: 8,8 Prozent). Die Spitzenmiete stieg leicht von 26,50 auf 27 Euro, die Durchschnittsmiete sank sogar leicht von 14,72 auf 14 Euro. Abel: „Im Vergleich zu anderen europäischen und auch deutschen Städten ist Düsseldorf immer noch preiswert.“

Für das nächste Jahr prognostiziert Abel ein Jahresvolumen von rund 400 000 Quadratmetern.

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