Das Bürgerhaus Reisholz pflegt den Kontakt zum Stadtteil und hat ein breites Programm.

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Veronika Kurz-Öner und Petra Lenhard halten Kontakt zu ihrem Publikum.

Veronika Kurz-Öner und Petra Lenhard halten Kontakt zu ihrem Publikum.

Judith Michaelis

Veronika Kurz-Öner und Petra Lenhard halten Kontakt zu ihrem Publikum.

Düsseldorf. Der alte Saal mit den hohen Decken, dem Parkettboden und der schwarzen Guckkastenbühne, das sieht alles nach klassischem Theater aus. Doch im Bürgerhaus Reisholz ist längst nicht alles so, wie es dieser Saal vielleicht glauben macht. Da ist zum einen die Vielfalt des Angebots.

Zum andern kommt man ins Bürgerhaus Reisholz nicht einfach, um sich zwei Stunden unterhalten zu lassen und wieder nach Hause zu gehen. Das Bürgerhaus Reisholz ist ein Theater zum Mitmachen.

Niemand weiß das besser als Veronika Kurz-Öner, die das Haus 1982 mitbegründet hat und noch heute mit Petra Lenhard leitet. Fragt man sie nach dem Programm im Bürgerhaus, dann nennt sie als ersten Punkt einer langen Reihe: "Den Vereinen im Stadtteil einen Raum geben."

Brauchtums-Vereine können hier eigene Feste machen, aber auch gemeinsame Partys gibt es, zum Beispiel eine Rockparty einmal im Jahr. Die Anfragen für Hochzeiten, Taufen etc. sind so zahlreich, dass viele abgesagt werden müssen. "Bei uns ist von Montag bis Sonntag Programm", sagt Veronika Kurz-Öner.

Ansonsten gibt es Kindertheater, Jazz, Comedy und mehr. Zum Konzept gehören zudem günstige Eintrittspreise, die auch Zuschauer anlocken sollen, die sonst zum Beispiel auf Besuche in Puppenbühnen verzichten.

Das Bürgerhaus wurde 1982 gegründet und zur Eröffnung erweitert. Im Gebäude war früher ein Kino.

Neben Lenhard und Kurz-Öner gibt es einen Hausmeister, eine Verwaltungskraft und zwei Programmgestalter auf Honorarbasis, zudem studentische Aushilfen. Der Jahresetat für Programm und Honorare liegt bei rund 50000 Euro.

Kappeler Straße 231, Telefon 746695.

Die Macherinnen laden zudem gern Künstler mit internationalem Hintergrund ein, der sich auch in ihrem Programm wiederfindet. Der Kabarettist Serdar Somuncu war da, der bekannt dafür ist, dass er Ausländerfeindlichkeit so bitterböse thematisiert, das dem Publikum ganz schwindelig wird und der auch größere Säle als das Bürgerhaus füllt. Eine orientalische Tanznacht gehört außerdem zum Repertoire in Reisholz.

Zielgruppe sind vor allem die Menschen aus dem Stadtteil: "Zu uns kann man in Hausschuhen kommen", sagt Petra Lenhard scherzhaft. Aber oft reisen auch Zuschauer aus Benrath, nördlichen Stadtteilen oder dem südlichen Umland an.

Wichtig ist den Machern außerdem die Anbindung an den Stadtteil, gemeinsam mit Anwohnern organisieren sie jährlich Feste im Paulinenpark oder in Hassels Nord. Dagegen überlassen sie in Reisholz die großen Namen anderen Veranstaltern, etwa den Kollegen in Garath.

Dem Duo ist es wichtiger, dass Künstler sich bei ihren Auftritten wohlfühlen - und dann auch gern wiederkommen. Viele Jazzbands wie "Rosies Crazy Washboard Band" sind laut Veronika Kurz-Öner Stammgäste, weil sie im Bügerhaus auf ein interessiertes und sachkundiges Publikum treffen.

Das wird auch weiterhin mit neuen Reihen bei Laune gehalten, gerade arbeitet Petra Lenhard an einer regelmäßigen Hiphop-Battle. 80 Jugendliche aus der ganzen Stadt kamen zum ersten Testlauf und traten tänzerisch gegeneinander an. Viele waren wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben in Reisholz.

© WhatsBroadcast

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