Politik stoppt Abschaffung zum Jahresende im letzten Augenblick. Jetzt wird neu beraten.

Politik stoppt Abschaffung zum Jahresende im letzten Augenblick. Jetzt wird neu beraten.
Seit 1971 kommt der Bücherbus in die Stadtteile, hier steht er mit Bibliothekar Jochen Prestel am Zoopark.

Seit 1971 kommt der Bücherbus in die Stadtteile, hier steht er mit Bibliothekar Jochen Prestel am Zoopark.

Lepke

Seit 1971 kommt der Bücherbus in die Stadtteile, hier steht er mit Bibliothekar Jochen Prestel am Zoopark.

Düsseldorf. In letzter Sekunde vermeidet die Ampel aus SPD, Grünen und FDP politischen Ärger. Die von der Stadtspitze geplante Einstellung des Bücherbusses zum Jahresende – um 250 000 Euro einzusparen –, wird am Donnerstag im Rat von der Tagesordnung genommen. Stattdessen soll neu überlegt werden, ob und welche Alternativen es zur seit 1971 bestehenden Autobücherei gibt.

Diese Wendung erfolgte am Mittwoch im Anregungs- und Beschwerdeausschuss, wo mehrere Bürger aus Angermund bestens präpariert und überzeugend für den Erhalt des Busses warben. Der sei und bleibe für viele Kinder und Senioren alternativlos, Recherchen beim Bus-Hersteller MAN hätten zudem ergeben, dass die rollende Bücherei auch für nur 50 000 Euro generalüberholt werden könne.

Die entscheidende Vorlage jedoch lieferte mit Norbert Kamp der Leiter der Stadtbücherei selbst. Man merkte ihm förmlich an, dass er selbst nicht voll hinter der Abschaffung steht, auch wenn er tapfer auf sinkende Ausleihzahlen, die Reparaturanfälligkeit des 28 Jahre alten Gefährtes und dessen begrenztes Angebot hinwies. Aber Kamp stellte eben auch klar, dass die Betriebserlaubnis nicht zum Jahresende, sondern erst Ende August 2016 ausläuft. Und selbst danach sei der Kauf eines neuen Modells für 490 000 Euro nicht zwingend. Das veränderte für SPD und Grüne die Geschäftsgrundlage – und bewegte sie zum Rückzug.

Die CDU hatte sich schon über ein gefundenes Fressen gefreut. Noch nie habe er so viele empörte Anrufe und Mails bekommen wie jetzt wegen des angekündigten Endes für den Bücherbus, bekannte der erfahrene Bürgermeister Friedrich Conzen. Christian Rütz nannte die Abschaffung „einen sozialpolitischen Skandal“. Doch so weit wird es jetzt wohl nicht mehr kommen.

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