Das Theater der Klänge porträtiert mit dem Stück „Der Silberprinz“ den Architekten Walter Gropius.

Das Theater der Klänge porträtiert mit dem Stück „Der Silberprinz“ den Architekten Walter Gropius.
Eine Szene aus dem Stück „Der Silberprinz“.

Eine Szene aus dem Stück „Der Silberprinz“.

Oliver Eltinger

Eine Szene aus dem Stück „Der Silberprinz“.

„Der Silberprinz“ heißt ein Buch und Theaterstück des Regisseurs und Komponisten Jörg Udo Lensing. Hinter dem Titel verbirgt sich keine fiktionale Märchenfigur, sondern der ganz reale Architekt Walter Gropius (1883-1969). Aufgrund seines früh ergrauten Haares und der Noblesse seines Auftretens bekam er den Spitznamen „Silberprinz“. Jetzt entsteht im Düsseldorfer Theater der Klänge eine musikalisch-szenische Produktion rund um den Begründer des Bauhauses.

Im Zentrum der Handlung steht die Zeit zwischen 1919 und 1928. In diesen neun Jahren leitete Gropius persönlich die Kunstschule „Staatliches Bauhaus“ in Weimar. Die Zeit war geprägt von politischen Querelen um das Bauhaus. „Neun Blicke auf Walter Gropius und das Bauhaus“ lautet der Untertitel des Stücks. Auch das Privatleben des frühmodernen Künstlers soll beleuchtet werden.

„Das Bauhaus ist zu einem Kunst-, Design- und Architekturmythos für die Moderne der zwanziger Jahre geworden“, sagt Jörg Udo Lensing im Gespräch mit der WZ. Dabei vergesse man heute schnell, was und welche Visionen dazu geführt hätten und wie schwer dieser Umbruch nach dem Ersten Weltkrieg gewesen sei. Noch heute stellten sich die Fragen: „Was waren die Visionen einer neuen Gesellschaft und eines neuen Menschen und wie konkurrierten diese Visionen, alte Traditionen und politische Absichten damit?“ In der Person von Walter Gropius würden sich alle diese Fragestellungen sammeln, sagt Lensing. „Nicht umsonst war er der Gründer und langjährige Direktor beider Bauhäuser in Weimar und Dessau 1928, ein ausgebrannter Mann.“

Es gibt Original-Tanzmusik aus den 20er Jahren zu hören

Sechs Schauspieler sollen in fliegendem Wechseln die zehn Hauptrollen und zahlreiche Nebenrollen spielen. Mit minimalen Bühnenmitteln will man jene Räume andeuten, in denen Geschichte geschrieben wurde. Der Fokus liegt auf den „Hinterzimmerverhandlungen“ und den öffentlichen Reden, sagt der Autor. Das textintensive Stück biete mit 30 Szenen und zweieinhalb Stunden Spielzeit eine intensive Reflexion über das Entstehen, das Durchsetzen und das sich andeutende Scheitern der Moderne.

Im Theater der Klänge spielt Musik eine tragende Rolle. Die Darsteller müssen viel selber machen, Eigeninitiative, die auch am historischen Bauhaus auch üblich war. Darüber hinaus setze man Originaltanzmusik aus den zwanziger Jahren ein, darunter Grammophonplatten und Sounddesignelemente. Mit dem Stück wendet sich das Theater zunächst an ein Publikum, das an Kulturhistorie und da insbesondere an den aufregenden zwanziger Jahren Interesse hat. Aber das Stück soll noch mehr Menschen ansprechen. Lensing: „Wir wenden uns auch an ein Publikum, das mal hinter die Kulissen von nach wie vor aktuellen kulturpolitischen Machenschaften und hochschulpolitischen Abläufen schauen will.“

Premiere ist am Dienstag, 11. Januar, 19.30 Uhr, im Collenbach-Saal der Kreuzkirche, Collenbachstraße 10 (Am Dreieck). Weitere Aufführungen: 12. und 13. Januar, 19.30 Uhr, sowie 14. Januar, 18.30 Uhr. Am 21. Januar gastiert die Düsseldorfer Produktion im Dortmunder Theater im Depot. Karten kosten 18 Euro, ermäßigt zwölf Euro. Weitere Informationen gibt unter der Rufnummer 0211/46 27 46 und:

theater-der-klaenge.de

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