20 Trinkhallen machen bei der zweiten Auflage des Büdchentages mit. Geboten wird ein buntes Programm.

20 Trinkhallen machen bei der zweiten Auflage des Büdchentages mit. Geboten wird ein buntes Programm.
Gute Stimmung mit DJs und Livemusik herrschte auch vor dem Büdchen am Eingang zum Zoopark.

Gute Stimmung mit DJs und Livemusik herrschte auch vor dem Büdchen am Eingang zum Zoopark.

Sergej Lepke

Gute Stimmung mit DJs und Livemusik herrschte auch vor dem Büdchen am Eingang zum Zoopark.

Düsseldorf. An 20 Orten in der ganzen Stadt begingen am Samstag Büdchenbetreiber und viele Kulturschaffende den zweiten Düsseldorfer Büdchentag. Den Besuchern wurde dabei ein breitgefächertes Programm angeboten, mit einer Vielzahl an DJs, Bands, Kunst- und Theaterperformances.

Viel los war zum Beispiel bei der Trinkhalle am Zoo auf der Graf-Recke-Straße. Büdchenbetreiber Azad Aldirmaz (38) bot seinen Gästen belegte Brötchen, gekühlte Getränke und eine entspannte Atmosphäre. Außerdem waren viele DJs und Musiker am Start. „Der Besucherandrang ist sehr gut und auch das Wetter spielt heute mit, hier herrscht eigentlich immer eine familiäre und nachbarschaftliche Atmosphäre“ sagt Aldirmaz. Die meisten seiner Kunden kennt er schon seit Jahren: „Wir nehmen am Büdchentag teil, weil uns unsere Kunden wichtig sind. Das Ziel des Büdchentages ist ja, dass wir gemeinsam feiern und Spaß haben.“

Was wird heute am meisten verkauft? Natürlich Bier

Doch die Lage für sein Gewerbe sei schwierig: „Heutzutage muss man wirklich um sein Büdchen kämpfen und es braucht eine Menge Herzblut, um den Laden am laufen zu halten.“ Seine Gäste machten es sich vor dem Laden gemütlich und lauschten gespannt den Live-Acts darunter die Rapper von Raw Flavour Clik, Rob-A-Fella, die High Noon Soundstation und die Soundbanausen.

Die Trinkhalle am Dorotheenplatz organisierte den Büdchentag in Kooperation mit zwei weiteren benachbarten Büdchen, dem Kiosk 77 und dem Samira. Der Betreiber der Trinkhalle am Dorotheenplatz, Sherzad Gaydi (42), freut sich über den großen Andrang: „Wir bieten Grillwürstchen und kalte Getränke. Der Büdchentag ist eine fantastische Idee.“ Auf die Frage, was er an diesem Tag am meisten verkauft, antwortet Gaydi mit einem Lachen: „Natürlich Bier, was denn sonst.“ Er und die meisten seiner Gäste kennen sich bereits seit Jahren. Michael Starkel aus der Schweiz aber stieß zufällig auf den Büdchentag am Dorotheenplatz: „Ich bin Bierbrauer und hobbymäßiger Biersommelier. Ich bin einfach mal spontan vorbei gekommen. Das Fest gefällt mir sehr und auch das Schlüssel Alt schmeckt hervorragend.“

Live-Acts wie die Sängerin Sanescere und DJ Pyya sorgten für die musikalische Komponente. Außerdem malte der Künstler Karsten Breidenbroich einige seiner Gemälde an Ort und Stelle.

Location Nummer drei war die Florabar am Oberbilker Volksgarten. Betreiber Matthias Böttger: „Ich habe mir für den besonderen Anlass überlegt, unseren Besuchern einen Happen vom Grill zu servieren.“ Die Florabar ist eigentlich mehr ein Mix aus Restaurant und Bar, jedoch ist sie für die meisten Gäste und Anwohner vor allem eins, nämlich das Büdchen am Volksgarten. Matthias Böttger fand das Konzept des Büdchentages von Anfang an prima: „Es hat einfach diesen typischen Kiez-Charakter. Ich habe lange in Berlin gelebt und dort haben die Spätis diesen Kult-Status.“ Böttger hat bereits früh gemerkt, dass die Leute mehr Qualität fordern und weniger Quantität: „Wer sich heutzutage als Gastronom nicht spezialisiert, der hat es oft schwer. Deshalb bieten wir unseren Kunden gesunde und biologische Produkte an. Viele haben einfach die Schnauze voll von billigem Zeug.“

Nicht nur das Essen war erstklassig, sondern auch die auftretenden Künstler. Für den Büdchentag und zum 10-jährigen Jubiläum der Florabar gab es am Samstag Musik von Boogaloo, DJ Klaus Inse-Haus und Brian Storm. Für den Abend wurde ein Lichtkünstler engagiert, der die Location erhellte. Den Gästen schien das Programm bestens zu gefallen: „ Die Musik klingt toll, das Ambiente der Grünanlage ist herrlich und auch das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite“, sagt Besucherin Petra Tissen (52). „Wir wollen in Zukunft mehr Feste wie den Büdchentag in Düsseldorf. Der Mut zur Eigeninitiative zahlt sich allemal aus und es ist eine schöne Bereicherung für unsere Stadt.“

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