Stefan Piecuch wollte einem Freund helfen. Zwei Jugendliche schlugen ihn brutal zusammen. Die Nacht veränderte sein Leben.

Stefan Piecuch wollte einem befreundeten Polizisten helfen. Dabei wurde er brutal zusammengeschlagen.   (Archiv-
Stefan Piecuch wollte einem befreundeten Polizisten helfen. Dabei wurde er brutal zusammengeschlagen. (Archiv-

Stefan Piecuch wollte einem befreundeten Polizisten helfen. Dabei wurde er brutal zusammengeschlagen. (Archiv-

Bernd Schaller

Stefan Piecuch wollte einem befreundeten Polizisten helfen. Dabei wurde er brutal zusammengeschlagen. (Archiv-

Düsseldorf. Jede Menge Wodka und Bier hatten Valerie G. (23) und Michael H. (21) am 4. Mai 2009 getrunken. Ohne erkennbares Motiv begannen die Männer mitten in der Nacht damit, auf der Bücherstraße in Urdenbach die Außenspiegel von abgestellten Autos zu zertreten. Es blieb nicht bei der Sachbeschädigung. Den 41-jährigen Stefan Piecuch schlugen und traten die beiden so zusammen, dass bleibende Schäden entstanden. Das gebrochene Kniegelenk muss nach zwei Operationen vermutlich durch ein künstliches ersetzt werden. Gestern standen die zwei Schläger vor Gericht.

Piecuch ist inzwischen von der Stadt als "couragierter Mitbürger" ausgezeichnet worden. Denn er wollte einem Freund zu Hilfe kommen. Nachbar Holger B., 49 Jahre und Polizist, hatte den Lärm auf der Straße gehört und klopfte bei seinem Bekannten an. Der Beamte konnte Michael H. fassen und überwältigen. Da kam von hinten Valerie G. und trat den Polizisten vor den Kopf.

Piecuch wollte seinem Nachbarn helfen, der kurze Zeit benommen war. Da griff der 23-Jährige auch ihn an und trat auf den Chemie-Facharbeiter ein. Dabei erlitt er Brüche des Kniegelenks sowie einen Schien- und Wadenbeinbruch. Auch als Piecuch schwer verletzt am Boden lag, sollen die beiden jungen Männer weiter auf ihn eingetreten haben. Außerdem soll ValerieG. den Polizeibeamten mit einem Messer bedroht haben. Holger B. habe dem Angriff gerade noch ausweichen können.

Erst als Wirt und Gäste aus dem Lokal "Alte Apotheke" hinzu kamen, beruhigte sich die Situation. Gastronom Andreas S. (45) stellte sich vor den Schwerverletzten, um ihn zu schützen. Auch er wurde mehrfach von dem 23-Jährigen getreten, der dabei gebrüllt haben soll: "Ich bin der Aggro von Garath".

Schläger waren bislang nicht in Erscheinung getreten

Warum die Angeklagten an dem Abend ausgerastet sind, blieb auch gestern rätselhaft. Denn bislang sind beide polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Den Filmriss, den die Angreifer angeblich hatten, glaubte das Gericht ihnen jedenfalls nicht. Immerhin entschuldigten sich Michael H. und Valerie G. mehrfach bei dem Opfer. Auf den 23-jährigen Studenten kommen außerdem Schadensersatzforderungen zu, die rund 27.000 Euro betragen. Die ersten Raten hat er bereits abgestottert.

Acht Monate war der Chemiefacharbeiter krank geschrieben. Er trug bleibende Schäden davon. "Laufen und Fußball spielen kann ich jetzt nicht mehr", sagte der begeisterte Sportler gestern.

Der Polizeibeamte kam mit einer geschwollenen Lippe davon: "Ich sah drei Wochen aus wie Chiara Ohoven."

Die Staatsanwaltschaft hatte für Valerie G. eine Strafe von zwei Jahren und vier Monaten gefordert. Die hätte nicht zur Bewährung ausgesetzt werden können. Mit einem Jahr und neun Monaten blieb das Gericht aber darunter, um dem 23-Jährigen eine Chance zu geben, den Schaden zu ersetzen. Michael H. wurde zu zwei Wochen Jugendarrest und 80 Arbeitsstunden verurteilt.

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