39-Jähriger gesteht, die Brände gelegt zu haben. Ihm wird Mordversuch vorgeworfen.

Oberbilk/ wersten
Innerhalb eines Monats sind in den Kleingartenanlagen am Südpark vier Lauben und vier Gartenhäuser abgebrannt.

Innerhalb eines Monats sind in den Kleingartenanlagen am Südpark vier Lauben und vier Gartenhäuser abgebrannt.

Karl Theodor Winters vom Kleingartenverein für Kriegsbeschädigte vor einem der abgebrannten Gartenhäuser.

David Young, Bild 1 von 2

Innerhalb eines Monats sind in den Kleingartenanlagen am Südpark vier Lauben und vier Gartenhäuser abgebrannt.

Düsseldorf. Der Fall der Brandserie in mehreren Kleingartenanlagen im Südpark ist aufgeklärt. Die Polizei hat den 39 Jahre alten Jean-Louis P. festgenommen. Er hat die Taten bereits gestanden und wurde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Seit Anfang September sind in den Kleingartenanlagen am Südpark insgesamt vier Gartenhäuser und vier Lauben abgebrannt.

„Da zwei der Gartenhäuser dafür ausgestattet waren, dass man darin schlafen konnte, waren auch Menschenleben potenziell gefährdet“, erklärte Kriminalkommissar Torben Konrad. In der Vernehmung habe P. angegeben, davon gewusst zu haben, sagte Konrad. „Er konnte sich aber nicht mehr erinnern, ob er sich vorher versichert hatte, dass die Häuser leer waren. Es war ihm aber auch egal.“

Täter wechselte bereits in Frankreich häufig den Wohnort

Die Staatsanwaltschaft wirft P. deshalb zweifachen Mordversuch in Tateinheit mit Brandstiftung sowie einfache Brandstiftung vor. „Wir sehen das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, weil er die Menschen im Schlaf getötet hätte. Außerdem liegen niedere Beweggründe vor, weil er verärgert war, dass er nicht akzeptiert wurde“, erklärte Staatsanwalt Martin Stücker.

Der Täter stamme aus Frankreich und habe dort bereits mehrmals den Wohnort gewechselt, da er sich nirgendwo verstanden fühlte und immer wieder aggressiv wurde. Nachdem er sich auch von seiner Familie gelöst hatte, beschloss er mit einer Gruppe nach Osteuropa zu fahren. Auf dem Weg verließ er aber die Gruppe in Bonn. Von da aus kam er per Anhalter im März nach Düsseldorf.

Mann lebte im Südpark und klaute sich Nahrung zusammen

„Er hatte seinen Lebensmittelpunkt seitdem im Südpark“, erklärte Konrad. Er soll unterschiedliche Schlafmöglichkeiten genutzt haben. Dann habe er zunächst angefangen, Obst und Gemüse aus den Gärten zu klauen, später sei er auch in Lauben und Häuser eingebrochen, um zu kochen und Kleidung zu stehlen.

Konrad lobte die Zusammenarbeit von Zeugen und der Polizei vor Ort. Das Areal wurde sogar aus der Luft beobachtet.

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 120 000 Euro.

Laut Staatsanwalt Stücker läge eine Strafe zwischen drei Jahren und lebenslänglich. Dass sich niemand in den Gartenhäusern aufhielt, wirke strafmildernd.

Das führte zu Streit mit den Mitgliedern der Kleingartenvereine. Der Mann, der kein Deutsch spricht, habe sich deshalb „nicht willkommen gefühlt“, daraufhin zündete er zunächst Container und dann die Lauben an.

Karl Theodor Winters, Vorsitzender des betroffenen Kleingartenvereins „Kriegsbeschädigte“: „Wenn er es wirklich war, sind wir sehr erleichtert.“ Winters zweifelt, da es bis auf das Geständnis laut Konrad keine Beweise gibt, „er hat aber Täterwissen präsentiert“, so Konrad. Ein psychologisches Gutachten steht noch aus.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer