Zwei junge Männer überfielen die Edeka-Filiale in Reisholz: Sie drohten dabei mit einer Bombe.

Düsseldorf. Der größte Edeka-Markt Deutschlands liegt an der Nürnberger Straße in Reisholz, nahe an der Münchener Straße. Auf 70.000 Quadratmetern erwartet die Kunden ein Vollsortiment von rund 50.000 Artikeln.

Am frühen Samstagmorgen war dieser Supermarkt Schauplatz eines spektakulären Überfalls; die beiden jungen Täter konnten mit ihrer Beute zunächst entkommen. Später wurden sie jedoch von der Polizei nach einer Verfolgungsjagd geschnappt.

Kurz nach 8 Uhr waren schon 200 Kunden im Supermarkt

Um 8.05 Uhr betrat ein 18-Jähriger den Markt und suchte den Filialleiter auf. Schon um diese Uhrzeit befanden sich nach Angaben der Polizei rund 200 Kunden und 40 Mitarbeiter im Geschäft. Der unmaskierte junge Mann sagte, er habe eine Bombe im Supermarkt deponiert, die im Falle einer Explosion verheerende Schäden anrichten könnte.

Der 46-jährige Filialleiter musste davon ausgehen, dass die Bedrohung real war. Er ging deshalb auf die Forderungen des Mannes ein, händigte ihm aus dem Tresor einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag aus - und war so geistesgegenwärtig, dennoch Alarm auszulösen.

Der Ganove stopfte die Geldbündel in eine schwarze Ledertasche und lief zu seinem 17-jährigen Mittäter, der in einem dunklen Audi A3 auf ihn wartete. Dann fuhren sie über die Oerschbachstraße Richtung Autobahn. Sofort nahm eine Funkstreife die Verfolgung auf, die unterwegs zum Tatort war. Die Polizei hatte direkt nach dem Alarm einen Großeinsatz inklusive Ringfahndung ausgelöst.

Rund 18 Millionen Euro hat Heinz Zurheide in den Markt mit 8300 qm Verkaufsfläche investiert. Er wurde im April 2009 in der ehemaligen Wal-Mart-Immobilie eröffnet. In dem Markt arbeiten 150 Angestellte.

Der Schaden des Autounfalls beläuft sich auf 30.000 Euro. 16 Funkstreifen waren am Einsatz beteiligt.

Mit rasender Geschwindigkeit (bis zu Tempo 200) waren die Täter auf die A46 Richtung Neuss gefahren, wobei sie immer wieder versuchten, die Beamten abzuschütteln, indem sie ein Abbiegen von der Autobahn vortäuschten und im letzten Moment doch wieder auf die Hauptfahrbahn einbogen.

Am Autobahnkreuz Neuss-Süd versuchten sie erneut so ein Manöver, prallten dabei aber gegen die Mittelplanke und schleuderten zurück. Dabei wurde der Wagen komplett zerstört, die Täter blieben jedoch unverletzt. In der Zwischenzeit hatten Polizisten den Supermarkt evakuiert und mit Sprengstoffexperten und -hunden nach einer Bombe gesucht. Es wurde keine gefunden.

Laut Polizei wurde der Überfall in einem Hotel vorbereitet

Polizeisprecher André Hartwich: "Die Männer kommen aus Lüdenscheid und Werdohl. In einem Hotel im Sauerland haben sie wohl die Tat vorbereitet. Auch der Wagen wurde dort angemietet." Eventuell gebe es Hintermänner der Tat. Möglicherweise sind die beiden auch in andere Überfälle im Sauerland verwickelt. Sie wurden am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt.

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