Eine Sportschützin schießt nach einem Streit mehrfach auf ihre Tochter und bringt sich dann selbst um. Offenbar ging es bei der Auseinandersetzung um einen geplanten Auslandsaufenthalt der Heranwachsenden.

10.08.2015 ,Pestalozzi Str 19 in Heerdt .Nach Schusswaffen gebrauch 2 Frauen werden verletzt.
Bild vom Tatort.

Bild vom Tatort.

Die Beamten des SEK haben die Täterin nach einem kurzen Handgemenge festgenommen und verlassen den Tatort.

Die Mutter und vermutliche Täterin des Opfers hat schwere Verletzungen erlitten und wird mit dem Rettungswagen abtransportiert. Am Montagabend erliegt sie ihren Verletzungen.

Olaf Mai montierte mit seinen Kollegen gerade ein Gerüst am Nachbarhaus, als die junge Frau blutüberströmt aus dem Haus rannte.

Young David (DY), Bild 1 von 4

Bild vom Tatort.

Düsseldorf. Ein blutiges Familiendrama hat sich Montagmittag, wenige Minuten vor 12 Uhr, an der Pestalozzistraße in Heerdt ereignet. Eine Mutter schoss mehrfach auf ihre 18-jährige Tochter und verletzte diese dabei lebensgefährlich. Sie selbst erlag am Abend ihren Verletzungen, die sie sich wohl selbst zugefügt hat.

Drei Gerüstbauer arbeiten um diese Zeit gerade an einem Nachbarhaus. Plötzlich sehen sie, wie eine junge Frau schreiend und blutüberströmt aus der benachbarten Haustür gerannt kommt und auf der Straße zusammenbricht. Einer von ihnen ist Olaf Mai, er alarmiert sofort die Rettungskräfte, holt seinen Erste-Hilfe-Koffer aus dem Auto und versucht, die Blutungen zu stoppen: „Das Mädchen hat immer gerufen: ’Meine Mutter hat auf mich geschossen’. Ich kenne mich ein bisschen aus mit Waffen und habe fünf Einschusslöcher gefunden und versucht, die Blutungen zu stoppen. Ich habe zwei Treffer im Rücken, zwei im Bauch und einen im Brustkorb gezählt.“

Allerdings seien es seiner Meinung nach Treffer von einer Kleinkaliberwaffe gewesen.
„Sie hat dann noch gebrüllt, dass sie in den Urlaub fahren möchte und ihre Mutter sie nicht weglassen will“, sagen die Kollegen von Mai, Dennis Rooney und Alparslan Altintas.

Das SEK stürmte die Wohnung der Tatverdächtigen

Polizeisprecher Markus Niesczery erläutert, was dann geschah: „Nachdem wir Hinweise auf einen Schusswaffengebrauch hatten, haben wir sofort alles abgesperrt und das SEK sowie eine Verhandlungsgruppe angefordert. Wir hatten ja auch konkrete Hinweise auf eine Tatverdächtige, die sich noch im Haus aufhalten sollte.“
Zu Verhandlungen kommt es aber nicht mehr, denn das SEK stürmt in die Wohnung der Verdächtigen und nimmt sie fest. „Dann haben wir festgestellt, dass die Frau schon vor ihrer Verhaftung erhebliche Verletzungen erlitten hat“, sagt Niesczery, „wir wissen allerdings noch nicht, woher sie stammen und wie sie sich die zugezogen hat.“ Am Abend teilte die Polizei dann mit, dass die 44-jährige Mutter ihren schweren Verletzungen erlegen ist. Sie hatte sich wohl in den Kopf geschossen.


Das Opfer muss mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik abtransportiert werden. Am Montagabend war ihr Zustand kritisch, aber stabil. Mittlerweile befindet sich die 18-Jährige auf dem Weg der Besserung. Betroffen sind auch die Mitarbeiterinnen der Bäckerei Puppe. Sie wurden Zeugen, denn das Drama hat sich ganz in der Nähe des Ladenlokals abgespielt. „Eine Mitarbeiterin hat mich ziemlich verstört angerufen, sie kann dass gar nicht richtig begreifen“, sagt Inhaber Thomas Puppe.

+++Update+++

Eigentlich ist die Pestalozzistraße eine gutbürgerliche Gegend, in der es sonst keine besonderen Vorkommnisse gibt.

 

Die Kriminaltechnische Untersuchungsstelle hat den Tatort stundenlang genau unter die Lupe genommen.

Laut derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei ging es bei dem Streit zwischen Mutter und Tochter um einen geplanten, langfristigen Auslandsaufenthalt der Heranwachsenden, zu dem sie am Montag hätte aufbrechen wollen. Im Verlauf der Auseinandersetzung hat die Mutter nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis ihre Kleinkaliber-Pistole auf die Tochter gerichtet und mehrere Schüsse auf sie abgegeben. Bei der eingesetzten Tatwaffe handelt es sich um eine Sportpistole, die rechtmäßig im Besitz der 44-jährigen Mutter war. Sie war Sportschützin und hatte die Waffe dem Anschein nach ordnungsgemäß untergebracht.

 

 

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