Beim Schaulaufen auf der Königsallee zeigte sich der Karneval von seiner schrillen Seite.

Frosige Beinfreiheit: „Phantasia Aroma&ldquo wurden - bei allem Reiz - nicht von jedem beneidet.
Frosige Beinfreiheit: „Phantasia Aroma&ldquo wurden - bei allem Reiz - nicht von jedem beneidet.

Frosige Beinfreiheit: „Phantasia Aroma&ldquo wurden - bei allem Reiz - nicht von jedem beneidet.

„Lady Düsseldorf-Cup“ gewann den Tuntenlauf.

Schaller, Bild 1 von 2

Frosige Beinfreiheit: „Phantasia Aroma&ldquo wurden - bei allem Reiz - nicht von jedem beneidet.

Düsseldorf. Eisbärenkostüme oder mehrere Kleiderschichten nach dem Zwiebelprinzip unterm Kostüm - das alles war auf der Königsallee am Samstagabend nicht erlaubt. Beim Tuntenlauf gab’s wieder viel nackte Haut zu sehen und die Hauptdarstellerinnen ließen sich auch vom dichten Schneetrieben nicht schrecken. Zu den Ausnahmen gehörte allerdings die Siegerin Lady Düssel-Cup, die im lang wallenden grünen Kleid auftrat, auf dem verschiedene Sportarten symbolisch dargestellt werden: etwa mit zwei halben Volleybällen in Brusthöhe.

Andere hatten dagegen deutlich weniger am Leib, etwa "Phantasia Aroma", die ein schulterfreies Kleid aus Plastikfolie geschneidert hatte. Ihr leicht lasziver Auftritt kam beim Publikum hervorragend an. Die dreiköpfige Zuschauer-Jury sah das aber anders und vergab den Spezialpreis an Monique, die im schwarzen Badeanzug und weißer Pelzjacke ebenfalls viel Haut zeigte.

Die Aufgaben, welche die Moderatorinnen Käthe Köstlich und Yvonne Hochtritt den Teilnehmern stellten, waren zweitrangig: Berufe darstellen, Kamelle verteilen und Bälle der Zuschauer auffangen. Wichtiger war aber: ein originelles Kostüm und ein eleganter Auftritt auf dem vom Schnee rutschigen Laufsteg.

Dem wurden die Teilnehmer mit schrägen Auftritten und Verkleidungen gerecht: von mondänen Charleston-Damen über Amy-Winehouse-Verkleidung bis zum Tunten-Yeti, der im felligen Ganzkörper-Kostüm mit überdimensionalem Kopf für Lacher sorgte.

Der Höhepunkt des Abends war wieder der Auftritt von Abajur. Der gebürtige Brasilianer ist die Diva des Tuntenlaufs. Sein Kostüm kam erst stufenweise zum Vorschein, indem Abajur während seiner Tanzvorführung Schicht um Schicht ablegte, bevor ein Kleid mit Spiegelelementen zum Vorschein kam und lange wallende Haare, die Abajur durch die Luft wirbelte.

Tuntenlauf ist im klassischen Karneval angekommen

Zum 15. Mal hat der Tuntenlauf am Samstag stattgefunden. Die Premiere war 1996.

Vorbild ist die so genannte "Masquerata de Tenerife", die es in ähnlicher Form schon länger auf der Kanareninsel gibt. Anfangs lief der Tuntenlauf in Düsseldorf unter demselben Namen, bevor sich der Volksmund mit seinem prägnanteren Titel durchsetzte.

Das kurz vor seinem Auftritt einsetzende Schneetreiben der im Scheinwerferlicht dahin gleitenden Flocken wirkte nur wie ein weiteres Element einer perfekten Choreographie.

Mit etwas Verspätung begann die Veranstaltung, das Vorprogramm wurde auch durch die Moderation von Käthe Köstlich etwas in die Länge gezogen. Neben Achim & Oli sowie der KG Regenbogen machte auch das Prinzenpaar seine Aufwartung.

Im Vorjahr war Prinz Lothar erstmal Gast des Tuntenlaufs, bis dahin hatten die Prinzenpaare die Veranstaltung gemieden, die ihnen offenbar offenbar unpassend für den klassischen Karneval schien. Dass der Tuntenlauf ebendort längst angekommen ist, zeigte am Samstag ein Blick ins Publikum: Es war ein ganz normaler Querschnitt der Düsseldorfer Narren mit Einheimischen und etlichen Gästen von außerhalb.

Dem Augenschein nach hatte das Wetter aber einige doch abgehalten. Auf 3000 bis 4000 Gäste schätzte die Aids-Hilfe als Veranstalter. Die, die gekommen waren, ließen sich die Kälte nicht anmerken und wippten sich zur Musik warm.

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