Saniertes Hermann-Smeets-Archiv ist jetzt wieder jeden Dienstag und Donnerstag geöffnet.

Bilk
Archivleiter Horst Esser und Präsident Erich Pliszka präsentieren stolz eines der wertvollsten Ausstellungstücke ihres Archivs, ein dreifüßiges Fernrohr aus der Sternwarte von 1826.

Archivleiter Horst Esser und Präsident Erich Pliszka präsentieren stolz eines der wertvollsten Ausstellungstücke ihres Archivs, ein dreifüßiges Fernrohr aus der Sternwarte von 1826.

David Young

Archivleiter Horst Esser und Präsident Erich Pliszka präsentieren stolz eines der wertvollsten Ausstellungstücke ihres Archivs, ein dreifüßiges Fernrohr aus der Sternwarte von 1826.

Düsseldorf. Es ist vollbracht: Nach dreieinhalbjähriger Renovierungszeit ist das neu gestaltete Hermann-Smeets-Archiv wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Hell und licht ist es geworden, die Ausstellungsgegenstände wurden neu sortiert – kein Vergleich zur früheren Enge. das Erdgeschoss hat sich in kleines Museum verwandelt.

„Dadurch, dass wir jetzt den Keller ebenfalls nutzen können, haben wir unseren Platz nahezu verdoppelt“, sagt der Präsident der Bilker Heimatfreunde, Erich Pliszka. Büro, Besprechungsräume und das eigentliche Archiv wurden in den Keller verbannt, im Erdgeschoss gibt es zum Beispiel eine kleine Gedenkstätte für den von den Nationalsozialisten hingerichteten Karnevalspräsidenten und NS-Kritiker Leo Statz.

Im Museum werden auch Reste der alten Sternwarte aufbewahrt

Beim Rundgang kann man eine der größten dem Lyriker Ferdinand Freiligrath gewidmeten Bibliotheken entdecken. Oder Zeugnisse, die an den Bilker Pfarrer Anton Joseph Binterim erinnern, dessen engagiertes Auftreten gegen die seit 1815 im Rheinland herrschenden Preußen ihm sogar eine Festungshaft in Wesel eintrug.

Zudem beherbergt das Archiv Notenblätter und persönliche Zeugnisse des Dirigenten, Chorleiters und Komponisten Mathieu Neumann, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Blk wirkte. Besonders stolz sind Pliszka und seine Heimatfreunde aber auf die Exponate zur alten Bilker Sternwarte von Johann Friedrich Benzenberg. „Die konnten noch vor Kriegsende nach der Zerstörung der Sternwarte gerettet werden“, sagt Pliszka. Maßgeblich daran beteiligt war der erste Präsident der Heimatfreunde, Hermann Smeets, nach dem das Archiv benannt ist, das im März 1976 im Hofgebäude des Hauses Himmelgeister Straße 73 eingerichtet wurde.

„Damals waren wir froh, einen Platz für die von Hermann Smeets zusammengetragenen Schätze zu bekommen“, sagt Pliszka. Doch der Bau entwickelte seine Tücken: Die Wände waren feucht, im Keller stand das Wasser und das kroch im Laufe der Jahre immer weiter die Wände hoch. Dringendes Handeln war geboten, der Startschuss zur Sanierung fiel 2011. Rund 140 000 Euro flossen in die Baumaßnahmen, das Geld kam vom Verein, der Stadtsparkasse und der für Bilk zuständigen Bezirksvertretung 3. Die Materialkosten für die Sanierung des Keller betrugen 50 000 – nicht eingerechnet die vielen ehrenamtlichen Stunden, die die Vereinsmitglieder in das Verlegen des neuen Granitbodens steckten.

Das Archiv im Hintergebäude an der Himmelgeister Straße 73 wurde 1976 eröffnet. Heute wird es von Heinz Esser geleitet.

Das Archiv ist geöffnet jeden Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 33 40 42, Email: horts esser@arcor.de

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