Heimat- und Bürgervereine fordern von OB Geisel mehr Transparenz und Bürgernähe.

Unterbilk
Erich Pliszka (Bilker Heimatfreunde) protestiert gegen einen Hochhausbau neben dem Rheinturm.

Erich Pliszka (Bilker Heimatfreunde) protestiert gegen einen Hochhausbau neben dem Rheinturm.

Sergej Lepke

Erich Pliszka (Bilker Heimatfreunde) protestiert gegen einen Hochhausbau neben dem Rheinturm.

Düsseldorf. Es dürfte voll werden am kommenden Donnerstag, wenn Oberbürgermeister Thomas Geisel zum Bürgerdialog in das Stadtteilzentrum Bilk kommt. Denn den Dialog zwischen Stadtspitze und Bürgern mahnte am Donnerstag der Heimatverein Bilker Heimatfreunde dringend an. Konkret kritisiert deren Präsident Erich Pliszka, dass direkt neben dem Rheinturm möglicherweise ein Hochhaus gebaut werden soll. Und mit den Bürgern über diese Pläne, das begehrte Grundstück am Rhein zuzubauen, überhaupt nicht gesprochen wird. Pliszka wird deutlich: „Wir versuchen, das Projekt zu verhindern.“

Wie berichtet, möchte die städtische Tochter IDR den Parkplatz neben dem Fernsehturm verkaufen. Und auf der Immobilienmesse in Cannes im März zeigte Oberbürgermeister Geisel bereits einen Entwurf des Architekten Christoph Ingenhoven, der auf dem Parkplatz zwischen WDR-Gebäude und Rheinturm zwei hohe Wohntürme vorsieht.

Ensemble von Rheinturm, WDR und Landtag dürfe man nicht zerstören

Die Bezirksvertretung 3 (u.a. zuständig für Unterbilk und Hafen) lehnte Ende August das Projekt mit dem Titel „Wohnen am Turm“ einstimmig ab. Doch sie hat lediglich Anhörungsrecht. Nur einen Tag später gab der Planungsausschuss im Rathaus grünes Licht. Die IDR kann ein Bieterverfahren für das Grundstück auf den Weg bringen, bei dem nun die Investoren ihre Ideen für exklusives Wohnen vorstellen.

Die Bilker Heimatfreunde wollen dies verhindern. Und sie haben mit der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine (AGD) und deren 30 000 Mitgliedern einen starken Partner. AGD-Vorsitzender Bernhard von Kries, selbst Architekt, erklärt: „Wir reden über einen Parkplatz, ich sehe da kein Baugrundstück.“

Von Kries kritisiert, dass Bürger und Bezirksvertretung überhaupt nicht in den Prozess eingebunden werden. „Dieser Verfahrensweg ist befremdlich“, sagt der AGD-Chef. Und Erich Pliszka greift dabei direkt den Oberbürgermeister an: „Vor der Wahl hat er Bürgernähe und Transparenz versprochen. Jetzt macht er, was er will.“ Bernhard von Kries warnt davor, dass attraktive Gebäude-Ensemble von Landtag, Fernsehturm und WDR ohne Not zu zerstören. Auch müssten die Auswirkungen einer hohen Bebauung auf die Frischluftschneise vom Rhein Richtung Unterbilk und Innenstadt geprüft werden.

Die Aktionsgemeinschaft ist der Dachverein der 57 Heimat- und Bürgervereine und zählt mehr als 30 000 Mitglieder. Der Heimatverein Bilker Heimatfreunde gehört der AGD an und hat selbst 365 Mitglieder. Die AGD will sich um allgemeine Belange der Bürger kümmern. Dazu gehören auch Neugestaltungen im Stadtbild. Die Bewertung eines Grundstückes wie das neben dem Rheinturm allein nach dem möglichen Verkaufserlös, lehnt die AGD ab. Dies sei für die städtebauliche Qualität verheerend. www.agd-duesseldorf.de

Die Bilker Heimatfreunde und die AGD sehen einen weiteren Grund, warum das Grundstück jetzt nicht bebaut werden dürfe. Man müsse warten, bis das Land NRW seine Pläne für ein Regierungsviertel präsentiere. Pliszka hat Kontakt zur Landtagspräsidentin Carina Gödecke aufgenommen. Im Landtag fände man die möglichen Hochhauspläne auch nicht „amüsant“, so Pliszka. Die Bilker Heimatfreunde könnten sich allerdings einen flachen Neubau neben dem Rheinturm vorstellen. Als Dienstsitz einer Ministerpräsidentin oder eines Ministerpräsidenten. Zurzeit befindet sich die Staatskanzlei im Stadttor.

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