Ämter wollen den Hochbau an der Aachener Straße unter Schutz stellen – der Investor versteht die Entwicklung nicht.

Bilk
Peter Schulz (li.) gründete die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker und forderte den Denkmalschutz des ehemaligen Schutzraums. Archiv

Peter Schulz (li.) gründete die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker und forderte den Denkmalschutz des ehemaligen Schutzraums. Archiv

Michaelis

Peter Schulz (li.) gründete die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker und forderte den Denkmalschutz des ehemaligen Schutzraums. Archiv

Düsseldorf. Monatelang ist der mögliche Abriss des Bilker Bunkers an der Aachener Straße 39 kontrovers diskutiert worden. Gestern Mittag schickte das Presseamt der Stadt eine kurze Nachricht mit der Aussage: „Hochbunker Aachener Straße soll Denkmal werden.“ Dies, so teilt die Stadt mit, habe das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland nach eingehender Prüfung festgestellt. Auch das Verfahren, den Hochbunker in die Denkmalliste einzutragen, sei eingeleitet.

Wie die Stadtverwaltung selbst diese Bewertung einstuft, ließ sie in der Mitteilung völlig offen. Nachfragen der WZ in verschiedenen Ämtern am Freitagnachmittag blieben ergebnislos.

Initiative sammelte 1200 Unterschriften gegen den Abriss

Die Nachricht dürfte bei der Bürgerinitiative Bilk pro Bunker rund um den Hausbesitzer Peter Schulz für Erleichterung sorgen. Mit rund 1200 Unterschriften hatte diese gegenüber der Stadt klargemacht, dass sie für den Erhalt des Bunkers kämpfe. Zunächst hatten Anwohner Angst vor Schäden an ihren Häusern im Falle eines Abrisses des Bunkers, sahen ihre Kinder auf dem Weg zur benachbarten Kita und Musikschule gefährdet.

Als die Bürgerinitiative immer aktiver wurde, gab es weitere Argumente gegen den Abriss: Das Farbfieber-Wandbild dürfe nicht zerstört werden. Generell wurde der Wunsch lauter, den Bau aus dem Jahre 1942 heute als öffentlichen Kulturraum für Bilk zu nutzen.

Längst aber hatten die Bezirkspolitiker zu diesem Zeitpunkt öffentlich einer Bauvoranfrage zugestimmt. Danach sollte der Bunker abgerissen werden. Für 700 000 Euro hatte ihn Investor Ernesto Paletta vom Bund gekaut. Er will dort 18 Eigentumswohnungen für Familien bauen. Die Pläne dazu stammen vom bekannten Düsseldorfer Architekten Wolfgang Döring.

Bezirksvorsteher Walter Schmidt (CDU) und Gerd Deihle (SPD) erfuhren von der WZ von der Einstufung des Bunkers als Denkmal. Beide erwarten von der Verwaltung eine schnelle Klarstellung und sagten zu, dass sich die Politik mit der Nutzung des Bunkers beschäftigen werde.

Während die Bürgerinitiative Anfang des Jahres den Antrag auf Denkmalprüfung stellte, wartete der Investor in den vergangenen Monaten auf die Abrissgenehmigung der städtischen Bauaufsicht. Doch diese blieb aus.

Investor hat keine Absicherung im Kaufvertrag mit dem Bund

Stattdessen erhielt er Anfang dieser Woche eine Anhörung von der Stadt. Ernesto Paletta geht deshalb nun davon aus, dass auch die Stadt den Denkmalschutz für den Bunker will. Und die Stadt ist die entscheidende Behörde. Der Investor versteht die Entwicklung nicht. „Der Bunker war beim Kauf nicht Denkmal.“ Hier werde öffentliches Interesse spät vorgeschoben, meint er.

Eine Absicherung hat er im Kaufvertrag mit dem Bund nicht. Sein Unternehmen habe bereits viel Geld in das Projekt investiert. Stelle die Stadt den Bunker nun unter Denkmalschutz, werde er von heute auf morgen für sein Unternehmen wertlos, verbunden mit erheblichen finanziellen Verlusten.

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