Immer wieder werden in den Sommerferien vor allem Katzen und Hunde einfach ausgesetzt.

Bilanz
Tierpflegerin Pari Kant mit einer ausgesetzten Katze.

Tierpflegerin Pari Kant mit einer ausgesetzten Katze.

Bernd Schaller

Tierpflegerin Pari Kant mit einer ausgesetzten Katze.

Düsseldorf. Plötzlich ist sie eine Katze ohne Namen. Sie frisst kaum, wirkt verstört und ängstlich. Das halb weiße, halb getigerte Tier muss sich immer noch an sein neues Zuhause gewöhnen. Seit drei Wochen lebt es im Düsseldorfer Tierheim.

Am 2. August hatte der Besitzer seine Katze in eine Box gepackt und am späten Abend vor der Tür des Heims an der Rüdigerstraße 1 abgestellt. Übrigens zusammen mit einer weiteren Box, die am nächsten Morgen allerdings offen stand. „Sie war nicht richtig verriegelt. Diese Katze ist wohl in den Wald geflohen und nun obdachlos“, sagt Anja Peters Leiterin des Düsseldorfer Tierheims.

Traurige Geschichten wie diese sind ihr tägliches Geschäft. Allein in den Sommerferien hat Peters 219 Tiere dauerhaft aufnehmen müssen. Und diese Zahlen sind nicht einmal mehr – wie es noch vor Jahren typisch war – ungewöhnlich hoch. Es käme zwar immer wieder vor, dass Menschen ihre Tiere vor der Fahrt in den Urlaub einfach aussetzen, aber auch das gebe es zu jeder Zeit. Immer öfter passiere es allerdings, dass Tiere aufgenommen werden müssen, die im Internet gekauft wurden. „Diese Tiere sind zwar billig, kommen aber oft aus Massenzuchten, sind nicht richtig geimpft und tierärztlich untersucht. Krankheiten sind dann programmiert.“

168 Tiere konnten in den Sommerferien vermittelt werden

Doch es gibt auch gute Nachrichten: 168 Tiere haben in den vergangenen sechseinhalb Wochen ein neues Zuhause gefunden. „Damit können wir zufrieden sein“, sagt Anja Peters, Leiterin der Einrichtung. Vor allem Katzen konnten in großer Zahl vermittelt werden, dicht gefolgt von Kleintieren, das Schlusslicht bilden die Hunde. Ein typisches Bild, erklärt Peters. „Bei Katzen ist die Vermittlungschance meistens höher.“ Denn für viele kleine Wohnungen in der Großstadt eigne sich ein Stubentiger als Haustier besser als beispielsweise ein Hund, der viel Freilauf und Platz zum Toben braucht.

Ob die Ferien eine beliebte Zeit sind, einen Mitbewohner auf vier Pfoten in sein Heim aufzunehmen? Ja und nein, weiß Peters. Während viele in den Urlaub fahren und sich keine Gedanken um ein Haustier machen, nutzen andere die freie Zeit, um sich gezielt danach umzuschauen. „Das kommt ganz auf die Leute an“, sagt die Tierheimleiterin.

Insgesamt hat das Tierheim im Jahr 2011 429 Hunde, 693 Katzen, 89 Meerschweinchen und 286 Kaninchen aufgenommen.

Es leben 426 Tiere im Tierheim – darunter 92 Hunde, 179 Katzen und 33 Kaninchen. Davon sind noch nicht alle in der Vermittlung.

Die Tiere werden zunächst 14 Tage festgehalten, in der Hoffnung, dass sich der Besitzer noch meldet.

Das Tierheim ist erreichbar unter der Rufnummer 651 850.

Und sogar aufs Wetter. Bei Sonnenschein und milden Temperaturen kämen deutlich mehr Spaziergänger am Tierheim vorbei, die ihm dann spontan einen Besuch abstatten und es mit einem neuen Schützling auf dem Arm wieder verlassen. So gesehen sind es also gute Zeiten für das Tierheim.

www.tierheim-duesseldorf.de

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