46-jähriger Chef eines Getränkemarktes unter Verdacht.

Düsseldorf. Gerechnet wurde am Mittwoch im Amtsgericht. Wie viele Flaschen muss ein Getränkemarkt verkaufen, um mit falsch ausgestellten Bons von Pfandflaschen einen Schaden von mehr als 100.000 Euro anzurichten? Und ist es wirklich denkbar, dass eine solche Menge tatsächlich lange unentdeckt bleibt?

Auf der Anklagebank sitzt der 46-jährige ehemalige Geschäftsführer eines Getränkemarktes an der Bayreuther Straße, der allerdings jede Schuld bestreitet. Er sieht sich vielmehr als das Opfer eines Komplotts.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, Kassiererinnen angewiesen zu haben, Pfand-Quittungen auszustellen, obwohl es dafür überhaupt kein Leergut gab. Insgesamt soll es sich um 196 Fälle handeln. Der Geschäftsführer soll die Frauen angewiesen haben, das Geld im Tresor zu deponieren. Erst nach zehn Monaten soll der Betrug aufgefallen sein.

Wie der Rechtsanwalt des 46-Jährigen erklärte, hätten die Kassiererinnen gewusst, dass sein Mandant das Unternehmen verlassen wolle. Ein großer Teil der Taten habe außerdem stattgefunden, als sein Mandant schwer erkrankt war und im Bett gelegen habe. Am Mittwoch wurde ein Experte gehört, der erklärte, wie das System mit den Bons funktioniert. Der Prozess wird fortgesetzt. si

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