Die Arbeitslosenzahl sank zudem auf den zweitniedrigsten Wert seit 2005. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt das größte Problem.

Die Arbeitslosenzahl sank zudem auf den zweitniedrigsten Wert seit 2005. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt das größte Problem.
Blick in die Agentur für Arbeit in Düsseldorf an der Grafenberger Allee 300, hier bei einer Zeitarbeitsmesse.

Blick in die Agentur für Arbeit in Düsseldorf an der Grafenberger Allee 300, hier bei einer Zeitarbeitsmesse.

Bernd Schaller, Bild 1 von 3

Blick in die Agentur für Arbeit in Düsseldorf an der Grafenberger Allee 300, hier bei einer Zeitarbeitsmesse.

Düsseldorf. Der Arbeitsmarkt in Düsseldorf befindet sich in guter Verfassung: Noch nie gab es mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt. 388 445 waren es zum Stichtag Ende März 2015. Wie die Agentur für Arbeit am Dienstag zudem bekanntgab, stieg die Zahl seit 2011 stetig, zuletzt sogar um rund 10 000 Stellen im Vergleich zum Vorjahr. Es entstanden sowohl mehr Vollzeit- als auch Teilzeitstellen.

Einen positiven Trend verzeichnet Agentur-Chef Roland Schüßler auch bei der Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen. Die lag Monat für Monat unter den Vorjahreswerten, Ende Dezember bei 25 885.

Thema des Tages: Arbeitsmarkt

Im Jahresdurchschnitt kommt die Agentur auf 27 298 Arbeitslose, der zweitniedrigste Wert seit zehn Jahren (davor ermittelte Werte sind aufgrund einer veränderten Zählweise nicht vergleichbar). Hinzu kommen knapp 10 000 Unterbeschäftigte – etwa Ein-Euro-Jobber und Arbeitssuchende in Qualifizierungsprogrammen. Auch diese Zahl ist laut Schüßler in den vergangenen Jahren gesunken.

Dieser Trend setzt sich bei der Arbeitslosenquote fort – von elf Prozent im Jahr 2005 fiel sie auf jetzt 8,1 Prozent. Dennoch liegt die Zahl über dem NRW-Schnitt (7,7 Prozent), was Schüßler mit der hohen Zahl von Einpendlern sowie der Attraktivität der Löhne und des Branchenmixes in Düsseldorf erklärt.

Trotz einer wachsenden Stadt, in der es mehr Jobs und weniger Arbeitslose gibt, ist Schüßler mit einem Punkt unzufrieden. „In einigen Berufsfeldern passen Angebot und Nachfrage qualitativ und quantitativ nicht zusammen.“ Diese Aussage zielt vor allem auf 11 000 Langzeitarbeitslose, von denen die meisten nur mangelhaft qualifiziert sind. Problem laut Schüßler: Instrumente und finanzielle Mittel zur Förderung (mehr als 75 Millionen Euro für Jobcenter und Agentur) sind zwar ausreichend vorhanden, „doch viele Langzeitarbeitslose sind nicht bereit, sich auf eine mehrjährige Fachqualifikation einzulassen. Hier müssen wir viel Überzeugungsarbeit leisten.“ Unternehmen müssten ihnen zudem öfter eine Chance geben.

© WhatsBroadcast

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