Bei Rath entsteht bis 2012 die neue Düsseldorfer JVA für bis zu 850 Häftlinge.

JVA-Chef Bernhard Lorenz auf der Baustelle in Ratingen.
JVA-Chef Bernhard Lorenz auf der Baustelle in Ratingen.

JVA-Chef Bernhard Lorenz auf der Baustelle in Ratingen.

Stefan Arend

JVA-Chef Bernhard Lorenz auf der Baustelle in Ratingen.

Düsseldorf. Fußballfeld mit Kunstrasen, unterteilbare Sporthalle, Freizeitzentrum für Kulturveranstaltungen, Kapelle und religiöse Begegnungsstätte, 5.000 Quadratmeter Werkstattfläche. Die neue JVA Düsseldorf, zu der am Mittwoch an der Oberhausener Straße an der Ratinger Stadtgrenze der Grundstein gelegt wurde, wird auf 125.000 Quadratmetern fast eine kleine Stadt.

Es ist, wie Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter sagte, "das größte Bauvorhaben im nordrhein-westfälischen Vollzug seit über 50 Jahren."

Anfang 2012 sollen 850 Häftlinge in den Neubau ziehen. "Die Unterbringung der Gefangenen verbessert sich", sagt JVA-Leiter Bernhard Lorenz. "Aber auch die Arbeitsbedingungen für die Bediensteten." Und das sei inzwischen enorm wichtig: "Das Verhalten der Insassen wird immer grenzüberschreitender", erklärt Lorenz.

Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung einer niedrigeren Hemmschwelle zur Gewalt setze sich in der Anstalt in potenzierter Form fort. Mit viel Fläche für die Ausbildung der Häftlinge in technischen Berufen, Schulungsräumen mit PC und den Sportmöglichkeiten sollen die Bedingungen für eine Resozialisierung in der neuen JVA besser werden.

Fast nur Einzelzellen, mehr Platz als bisher

Die Gefangenen werden überwiegend in Einzelzellen untergebracht, die mit 10,5 Quadratmetern größer sind als in der Ulmer Höh’ (acht Quadratmeter). "Mit einer angeschlossenen Nasszelle werden auch die hygienischen Gegebenheiten verbessert", sagt Ferdinand Tiggemann vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Fünf Zellen werden zudem behindertengerecht ausgestattet.

Die Projektkosten betragen insgesamt 180 Millionen Euro.

Die meisten der 850Insassen werden aus der Ulmer Höh’ kommen. Der Neubau ersetzt aber auch aus Zweiganstalten in Oberhausen und Duisburg.

Im Gegensatz zur Ulmer Höh’ wird der Neubau über Langzeitbesuchsräume für Paare verfügen. In einem solchen Raum tötete kürzlich ein Häftling seine Freundin in der JVA Remscheid. Im Neubau bei Rath wird es Metalldetektoren vor diesen Räumen geben.

Gefängnis-Chef Lorenz hofft nun vor allem, dass die Netzwerke, die sich in Düsseldorf über Jahrzehnte aufgebaut haben - mit der Stadt, aber auch den Kirchen - nach dem Umzug über die Stadtgrenze erhalten bleiben. Der "alten, baufälligen Ulmer Höh’" allerdings werde in der Anstalt sicher niemand nachweinen.

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