Als Polizisten ihn abführten, soll der 29-Jährige sie geschlagen und getreten haben.

Düsseldorf. 18 Millionen Passagiere sollen in diesem Jahr am Düsseldorfer Flughafen gezählt werden. Einige von ihnen verlassen das Flugzeug in Handschellen. Ende der vergangenen Woche hatten acht Niederländer offensichtlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln an Bord einer Maschine randaliert, die von Bangkok nach Düsseldorf flog. Jetzt steht ein 29-jähriger Mann aus Gelsenkirchen vor Gericht, weil in einem Air-Berlin-Jet gewütet und anschließend Bundespolizisten getreten und beleidigt haben soll.

Der Mann wollte am 29. August 2008 gegen 19.50 Uhr nach Palma de Mallorca fliegen. Offenbar hatte er der Ballermann-Party vorgegriffen und sich zwei Promille angetrunken. Der Flugkapitän verwies den auffällig Alkoholisierten des Flugzeugs. Weil der sich weigerte, wurden zwei Beamte der Luftsicherheitsstreife der Bundespolizei zu Hilfe gerufen.

Als er abgeführt wurde, habe er Widerstand geleistet, so die Anklage. Er habe sich buchstäblich mit Händen und Füßen gewehrt. Dabei habe er die Bundespolizisten nicht nur wüst beschimpft, er habe außerdem um sich geschlagen, gespuckt und versucht, die Polizisten zu treten. Erst nachdem sie ihm einen Arm auf den Rücken gedreht hatten, konnten sie ihn wegbringen.

Wer mitfliegen darf und wer nicht, entscheidet der Flugkapitän

Achim Berkenkötter, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, sagt: "Wir haben mehrere solcher Fälle pro Jahr. Allerdings werden sie statistisch nicht einzeln erfasst." Die Entscheidung, wer mitfliegen darf und wer nicht, trifft der Flugkapitän. "Wer an Bord durch strafbare Handlungen auffällt, läuft Gefahr, dass ihn die Fluggesellschaft künftig nicht mehr mitnimmt", sagt Air-Berlin-Sprecherin Diane Daedelow.

Der verhinderte Ballermann-Urlauber steht am 22.Januar wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit vor Gericht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer