Computerchaos: Fahrgäste ärgern sich über defekte Anzeigen der Bahnen.

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Sigrun Kronenberg nimmt das Anzeigenchaos bei den Straßenbahnen gelassen. Andere sind vom „Glücksspiel“ Bahnfahren genervt.

Sigrun Kronenberg nimmt das Anzeigenchaos bei den Straßenbahnen gelassen. Andere sind vom „Glücksspiel“ Bahnfahren genervt.

Bernd Schaller

Sigrun Kronenberg nimmt das Anzeigenchaos bei den Straßenbahnen gelassen. Andere sind vom „Glücksspiel“ Bahnfahren genervt.

Düsseldorf. "Anzeigefehler bei den Straßenbahnen - Richtige Liniennummer beim Fahrer" - dieser Text läuft seit Neujahr über die Haltestellenanzeigen der Rheinbahn. Eine Bahn nach der anderen kommt falsch oder gar nicht beschildert an den Haltestellen an. "Ich bin nur als 701 getarnt", ruft die Fahrerin einer Linie 712 aus dem Fenster, als einige Fahrgäste mit verwirrtem Blick auf die Seitenanzeige der Bahn starren. "Hier steht zum Glück eine Anzeigetafel an der Haltestelle, auf die ich schauen kann", sagt Sigrid Stamm an der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee. "Am Kirchplatz muss ich mich auf den Fahrplan verlassen."

Die Fahrer behelfen sich mit bedruckten Zetteln in den Frontscheiben, auf denen die richtige Liniennummer steht. "Hier steht Sonderzug dran, da hab ich schon kurz überlegt", wundert sich Rachida Amam, die mit Kinderwagen noch gerade so den Einstieg in ihre Bahn geschafft hat. "Bis jetzt habe ich zum Glück noch keine Bahn verpasst." Seit gestern kleben riesige "Anzeige gestört"-Aufkleber über den elektronischen Tafeln, um noch mehr Verwirrung zu vermeiden.

"Supergau" zehn Jahre nach dem Jahrtausendwechsel

Andere Fahrgäste nehmen es mit Humor und ohne zu Jammern. "Ich habe ja auch einen Mund zum Fragen", findet beispielsweise Sigrun Kronenberg und fügt lachend hinzu: "Im Jahr 2000 ist nichts passiert, da kommt der Supergau eben zehn Jahre später."

Die Rheinbahn arbeitet derweil fieberhaft daran, die 99 betroffenen Niederflurbahnen zu reparieren. "15 Stück haben wir in der ersten Nacht geschafft", berichtet Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander. "Wir brauchen etwa 15 bis 30 Minuten um eine Bahn neu zu programmieren." Grund für die Panne soll eine verpasste Anpassung der Bordinformationssysteme an den Jahreswechsel sein. "Da haben wir geschlafen, das müssen wir jetzt aufarbeiten", sagt Lander. Die Kosten für die Wartungsarbeiten seien dagegen gering. "Es müssen keine Teile ersetzt werden, nur die Nachtzuschläge kosten extra."

Um auch tagsüber kaputte Bahnen reparieren zu können, fahren ab heute einige Reservezüge der alten Generation anstelle der Silberpfeile. Die sind vom Computerchaos nicht betroffen. Ihre Anzeigetafel kann per Hand eingestellt werden.

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