Asta-Vorsitzende Charlotte Ballke zur Wohnsituation der Studenten in Düsseldorf.

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Charlotte Ballke ist Vorsitzende des Allgemeinen Studenten-Ausschusses (Asta) an der Heinrich-Heine-Uni.

Charlotte Ballke ist Vorsitzende des Allgemeinen Studenten-Ausschusses (Asta) an der Heinrich-Heine-Uni.

Charlotte Ballke ist Vorsitzende des Allgemeinen Studenten-Ausschusses (Asta) an der Heinrich-Heine-Uni.

Düsseldorf. Zu teure und zu wenige Wohnungen sind für Studenten ein Problem. Charlotte Ballke ist Asta-Vorsitzende der Heinrich-Heine-Universität und engagiert sich in der Juso- Hochschulgruppe. Sie sitzt im Studierendenwerk und ist Stellvertreterin des Verwaltungsratsvorsitzenden. Die Studentin der Sozialwissenschaften hatte selbst Glück bei der Wohnungssuche in Düsseldorf. Doch Ballke kennt die Probleme vieler Kommilitonen gut.

Frau Ballke, wie ist die Düsseldorfer Wohnungssituation aus studentischer Sicht?

Charlotte Ballke: Das Thema ist ein Dauerbrenner. Es ist gerade zu Semesterbeginn problematisch, günstige Wohnungen zu finden. Teilweise gibt es lange Wartelisten für Wohnheime. Deshalb wird der freie Markt überflutet, wodurch die Preise steigen. Die Schuld kann man auf mehreren Seiten sehen. Die Stadt ist in der Verantwortung, kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das Studierendenwerk tut sein Möglichstes. Teilweise suchen auch die Studierenden zu spät.

Welche Forderungen stellen Sie an Stadt und Studierendenwerk konkret?

Ballke: Baut mehr günstigen Wohnraum. Das ist natürlich kurzfristig nicht möglich. Ich hätte mir von Vorneherein eine bessere Planung gewünscht. Es wäre ja nicht dramatisch gewesen, hätte man mehr gebaut. Günstiger Wohnraum ist immer notwendig. Kurzfristig sind innovative Wohnkonzepte möglich, bei denen Studierende beispielsweise mit älteren Menschen in WGs leben. Man sollte auch Vermieter in die Pflicht nehmen.

Beim Bafög-Höchstsatz werden Studenten mit 250 Euro Wohnpauschale bezuschusst. Kommt man damit in Düsseldorf hin?

Ballke: Nein, leider nicht. Das finde ich auch ungerecht. In Ballungsräumen wie Düsseldorf reichen die 250 Euro bei Weitem nicht. Der Betrag sollte an die Region angepasst werden. Auf dem freien Wohnungsmarkt zahlt man hier häufig um die 400 Euro.

Müssen Studenten denn in der Nähe zur Uni wohnen?

Ballke: Ich finde es schon von Vorteil. Es sollte jedoch keinen Anspruch darauf geben, dass wir in hippen Szenevierteln leben können. Ich selbst bin früher aus Wuppertal gependelt, da ich anfangs keine Wohnung gefunden habe. Ich kenne auch viele, die wegen der Miete in andere Städte ziehen. Man muss sich fragen: was ist mir wichtiger? Die Nähe zur Uni oder 150 Euro im Monat mehr zum Leben?

Hat das Pendeln einen Einfluss auf das studentische Leben in Düsseldorf?

Ballke: Ja, es hat einen riesigen Einfluss. In den klassischen Universitätsstädten sind Veranstaltungen viel besser besucht. Wir machen keine Veranstaltungen am Wochenende, da dann die Pendler in ihren Heimatstädten bleiben. Auch Abendveranstaltungen sind problematisch, weil viele noch ihren letzten Zug bekommen wollen.

Wird es in den nächsten Jahren einfacher für Studierende, Wohnungen zu finden?

Ballke: Ich denke nicht. Es wird ja immer gesagt, dieses Hoch an Studierenden geht irgendwann zurück. Ich rechne nicht damit, dass das in den nächsten Jahren passieren wird. Vielleicht steigt es irgendwann nicht mehr so stark, aber es werden immer viele Studierende nach Düsseldorf kommen wollen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es in Zukunft noch schwieriger wird.

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