Logistik GmbH soll weniger Lohn zahlen, Zustimmung von Verdi steht aus.

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Henning Friege will ein neues Tochterunternehmen.

Henning Friege will ein neues Tochterunternehmen.

BS

Henning Friege will ein neues Tochterunternehmen.

Düsseldorf. Henning Friege, Chef der Awista (Müllentsorgung und Straßenreinigung) und Stadtkämmerer Helmut Rattenhuber starten einen zweiten Anlauf zur Gründung einer neuen Awista-Tochter, der "Awista Logistik GmbH". Nächsten Montag soll zunächst der Haupt- und Finanzausschuss die städtischen Vertreter im Aufsichtsrat der Stadtwerke, die 51 Prozent an Awista hält (49Prozent liegen bei Remondis) ermächtigen, der Neugründung zuzustimmen. Danach soll die Awista 80, Remondis 20 Prozent an Awista-Logistik halten.

Im November 2008 war der Vorstoß für die Billig-Tochter, die niedrigere Tarife als die Awista zahlt, am Widerstand von Verdi und SPD gescheitert. Wie es diesmal ausgeht, ist offen. Zum Hintergrund: Awista und Stadt betonen, dass das Abfallunternehmen ohne niedrigere Personalkosten auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sei.

100 Leiharbeiter der Awista bekämen einen Tarifvertrag

Derzeit arbeiten rund 900 der insgesamt 1000 Awista-Mitarbeiter zum städtischen Tarif. Für die würde sich durch die neue Tochter nichts ändern, sie genießen Bestandsschutz. Betroffen wären "nur" Neueinstellungen und die 100 Mitarbeiter, die bislang im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung in - so Verdi - prekären Arbeitsverhältnissen stehen. Dass sie sich durch die Logistik GmbH besser stellen würden, bestreitet niemand: "Sie bekämen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und mehr Lohn", sagt sogar Udo Vogtländer von Verdi Düsseldorf. So soll der Einstiegstarif für Straßenreiniger deutlich über dem neuen gesetzlichen Mindestlohn von 8,02 Euro pro Stunde liegen, nämlich bei 8,48 Euro. Wichtig ist Verdi zudem eine strikte Aufgabentrennung zwischen Awista und der Tochter. Letztere könne etwa beim Papiermüll agieren, aber nicht die graue Mülltonne abholen, sagt Vogtländer.

Verdi vor Ort allerdings benötigt für sein "Ja" eine Abschlussvollmacht von der Bundeszentrale. Und ob sie die bekommt, ist mehr als fraglich, denn die Gewerkschafter fürchten die Sogwirkung auf andere Entsorger, wenn selbst im reichen Düsseldorf eine Billig-Tochter zugelassen werde. Klar ist: Gegen Verdi und SPD gibt es im Aufsichtsrat der Stadtwerke keine Mehrheit.

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