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dpa

Düsseldorf. Er wollte mehr Geld verdienen, um seine Frau glücklich zu machen und die Haushaltskasse aufzufüllen. Monate später mietet Tomas S. mit falschen Papieren insgesamt 20 Autos bei verschiedenen Autovermietungen in Düsseldorf, Wuppertal und Remscheid, um sie ins Ausland zu bringen.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf 500 000 Euro. Das Landgericht verurteilte den 42-Jährigen am Dienstag wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

Statt seiner neuen Geschäftsidee nachzugehen, verspielt S. sein Geld

"Nachdem ich meine Frau kennenlernte, war noch alles schön. Dann aber bekamen wir Geldprobleme", sagt Tomas S. "Meine Frau sagte mir, dass ich zu wenig Geld nach Hause bringe." Im Casino versuchte der Mann das fehlende Geld reinzuholen. Die Schulden wurden jedoch immer höher. "Irgendwann habe ich daran gedacht, Gebrauchtwagen zu kaufen und sie zur Autowerkstatt meines Onkel nach Polen zu bringen", sagt S.

Von einem Bekannten hört er von einem Mann, bei dem er sich unbürokratisch Geld leihen könne. Er borgt sich rund 9000 Euro, doch statt seine Geschäftsidee zu verfolgen, findet er sich allabendlich im Casino wieder. "Nach einigen Monaten meldete sich der Mann und fragte nach dem Geld. Bald rief er täglich an."

Als der gelernte Bautechniker eines Abends nach Hause kommt, warten zwei Männer vor seiner Haustür. Laut Tomas S. sollen sie auf ihn losgegangen sein, ihn verprügelt und in den Kofferraum ihres Autos gezwängt haben. "Eine Stunde sind sie mit mir herumgefahren, bis sie mich wieder befreiten."

Die Männer sollen laut Tomas S. Aussage auch seine Frau verfolgt haben. "Unter diesem Druck konnte ich nicht normal leben", sagt er. Die Männer sollen ihm dann das Angebot gemacht haben, Autos unter falschem Namen anzumieten. "Was mit den Autos geschehen sollte, wusste ich nicht", beteuert Tomas S. Die Männer besorgten S. falsche Papiere, so der 42-Jährige. Mit denen meldete S. sich in Düsseldorf und Wuppertal an, eröffnete in beiden Städten Bank-Konten.

Am 29. August 2008 holte Tomas S. elf reservierte Autos bei Düsseldorfer Autovermietungen ab, am 17. Oktober 2008 neun weitere in Wuppertal und Remscheid. Die Wagen soll er in der Nähe abgestellt und die Schlüssel den Männern übergeben haben. Laut Staatsanwaltschaft hat Tomas S. selbst die Geschäfte im Vorfeld bei der Autovermietung eingeleitet. Sie hatte eine Haftstrafe von vier Jahren beantragt.

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