Staatsschutz ermittelt gegen mehrere Verdächtige aus der Szene des linken Zentrums.

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Verwüstet wurde in der Nacht zu Freitag die Haltestelle an der Ecke Corneliusstraße/Oberbilker Allee in der Friedrichstadt.

Verwüstet wurde in der Nacht zu Freitag die Haltestelle an der Ecke Corneliusstraße/Oberbilker Allee in der Friedrichstadt.

Gerhard Berger

Verwüstet wurde in der Nacht zu Freitag die Haltestelle an der Ecke Corneliusstraße/Oberbilker Allee in der Friedrichstadt.

Düsseldorf. Für rund 30 autonome Randalierer war das offenbar der Höhepunkt ihrer Silvester-Party: Anwohner beobachteten, wie die Vermummten Freitagnacht gegen 0.30 Uhr die Rheinbahn-Haltestelle an der Ecke Corneliusstraße/ Oberbilker Allee kurz und klein schlugen. Nachdem sie einen Scherbenhaufen hinterlassen hatten, verschwanden die Randalierer - sie sollen zur Szene des linken Zentrums an der Corneliusstraße gehören. In dem Gebäudekomplex befindet sich auch die Parteizentrale der Linken.

Polizeisprecher André Hartwich widerspricht Behauptungen, man habe sich nicht in das Zentrum getraut, um dort Personalien festzustellen: "Es bestand kein hinreichender Tatverdacht, um eine solche Maßnahme zu rechtfertigen." Außerdem seien in der Silvesternacht viele Kräfte an anderen Einsatzorten gebunden gewesen.

Hartwich bestätigte aber, dass inzwischen der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen hat, der für politische Straftaten zuständig ist. Es gebe auch eine Strafanzeige und ein Ermittlungsverfahren gegen einen Tatverdächtigen. Außerdem werde gegen eine Anzahl weiterer Personen ermittelt. Dass die Haltestelle schon in mehreren Neujahrsnächten Ziel von Vandalismus war, konnte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher am Freitag indes nicht bestätigen: "Das ist mir nicht bekannt."

Die Anzahl der Einsätze stieg von 409 im Vorjahr auf 458 - davon 18 Einsätze wegen Schlägereien (zehn mehr als voriges Jahr). 34 Körperverletzungen wurden gezählt (Vorjahr: 29), 46 Mal wurde wegen Ruhestörung eingeschritten (45), 16 Mal wegen illegaler Böller (11). 29 Einsätze gab es gegen Randalierer (27). Sechs Personen kamen ins Polizeigewahrsam (10). Zudem wurden zwei Promillesünder erwischt.

Fünf Menschen erlitten Verbrennungen durch Feuerwerkskörper, jeweils eine Person musste wegen einer Augenverletzung bzw. Knalltrauma behandelt werden. Zehn Personen hatten Herz-Kreislauf-Probleme.

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